Hamburg: Gartenstadt für Billstedt?

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Zukunftsblick Billstedt-Öjendorf: Südlich des Öjendorfer Parks könnte eine neue Gartenstadt mit Wohnungen im Grünen entstehen Grafik: Behörde für Stadtentwiclung

Politik will Luxus-Wohnungen im Öjendorfer Landschaftsschutzgebiet

Von Martin Jenssen
Hamburg. „Billstedt-Horn, gemeinsam vorn!“ so lautet das Motto des Beirats „Billstedt-Horn“, der sich seit 2006 damit beschäftigt, die beiden Stadtteile zu stärken. Doch wer „vorn“ sein will, der muss manchmal auch Rückschläge hinnehmen. Während der 31. Sitzung des Beirats im Mehrgenerationenhaus der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schiffbek und Öjendorf in der Merkenstraße eröffnete Hamburgs Oberbaudirektor, Professor Jörn Walter, den Beiratsmitgliedern sowie den zahlreich erschienen Gästen, dass langfristig geplant ist, größere Flächen des Landschaftsschutzgebietes im südlichen Bereich vom Öjendorfer Park mit luxuriösen Wohnungen zu bebauen.
Es soll dort eine Gartenstadt entstehen. Die künftigen Bewohner der Gartenstadt könnten nach Meinung von Bezirksamtsleiter Andy Grote die Kaufkraft in Billstedt deutlich erhöhen. Kerstin Gröhn, regionalpolitische Sprecherin der SPD Billstedt, erklärte: „Wenn dort gebaut wird, dann müssen Wohnungen der Spitzenklasse entstehen!“

Bezirks-Chef: Braucht man Erdbeerfelder?

Die Schließung der Karstadt-Filiale im Billstedt Center hat die Politiker im Bezirk Mitte offensichtlich stark geschockt. Bezirksamtsleiter Andy Grote, der zusammen mit dem Oberbaudirektor dem Beirat die Pläne des Senats für die Entwicklung der östlichen Stadtteile Hamburgs vorstellte, versicherte, dass mit Hochdruck Gespräche für eine Neugestaltung des Einkaufzentrums geführt werden. Damit die Kaufkraft in Billstedt gestärkt wird, sei es aber auch notwendig, neue Bewohner für Billstedt zu begeistern. Dafür müssten komfortable Wohnlagen geschaffen werden.
In dem vom Senat vorgelegten Prospekt für die Entwicklung der Stadtteile im Hamburger Osten heißt es: „In Billstedt Öjendorf gibt es auf den heutigen vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen die Chance, ein Quartier im Typus einer neuen Gartenstadt in enger Nachbarschaft zum Öjendorfer Park zu entwickeln. Es soll ein zeitgemäßes und bezahlbares Wohnungsangebot für Haushalte aus der engeren Nachbarschaft und auch für neu nach Billstedt ziehende Haushalte entstehen.“
Doch auf der Beiratssitzung machte sich Protest gegen das Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet breit. Dazu Bezirksamtsleiter Andy Grote: „Man muss wenigstens darüber diskutieren dürfen, ob man die Erdbeerfelder und andere landwirtschaftliche Nutzung in Billstedt wirklich noch braucht.“
In der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Öjendorf-Billstedter Geest von 1993 heißt es: „Der Schutzzweck ist, die vielgestaltigen, vielfältig genutzten Geestflächen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, wegen der Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbildes sowie wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung zu erhalten und zu entwickeln.“ Und unter Paragraph 5: „Im Landschaftsschutzgebiet ist es verboten, bauliche Anlagen aller Art einschließlich Leitungen zu errichten.“

Die Pläne für die Weiterentwicklung der Quartiere in Hamburgs Nordosten
werden am Freitag, 7. November, 17-21 Uhr in der Magnus-Hall, Amsinckstraße 70
öffentlich vorgestellt
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7 Kommentare
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Christiane Störig aus Billstedt | 06.11.2014 | 07:28  
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Herta Steffens aus Billstedt | 06.11.2014 | 16:43  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 06.11.2014 | 20:02  
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Herta Steffens aus Billstedt | 07.11.2014 | 09:19  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 07.11.2014 | 10:26  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 09.11.2014 | 18:18  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 14.11.2014 | 17:51  
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