Hamburg: Guttempler ab heute auch in Dulsberg

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Thomas Schwarz engagiert sich seit Jahren bei den Guttemplern.Foto: Christa Möller

Nach Erfolg der Sucht-Selbsthilfegruppe wird neue Gemeinschaft im Marktmeisterhäuschen gegründet

Hamburg. Der Guttempler-Orden ist die weltweit älteste Abstinenz-Organisation. In Deutschland ist sie seit 125 Jahren aktiv. „Es gibt in Hamburg ungefähr 20 Guttemplergemeinschaften mit rund 300 Mitgliedern“, sagt Thomas Schwarz, 58, der sich ehrenamtlich als Suchthelfer engagiert. Gemeinsam mit Siegfried Sendrowski gründete er im April 2013 die Guttempler-Suchtselbsthilfegruppe Dulsberg, ebenso wie einen Familienklub. Eine Guttempler-Gemeinschaft gibt es allerdings bislang in Dulsberg nicht. Das wollen die beiden Gruppenleiter nun ändern: Am 14. Mai laden sie zur Gründungsfeier im Marktmeisterhäuschen, Elsässer Straße/ Ecke Eulenkamp, auf dem ehemaligen Wochenmarktgelände. Weitere Infos erteilt Thomas Schwarz, der seit 53 Jahren im Stadtteil lebt, unter Telefon 69 70 51 38.
Durch eine Gelenkerkrankung wurde der 58-Jährige zum Frührentner, doch zuhause fiel ihm schnell die Decke auf den Kopf: „Da habe ich meine Freizeit genutzt, um selbst aktiv in die Suchthilfe zu gehen.“ Drei Jahre war der gelernte Energieanlagenelektroniker Vorsitzender der Wandsbeker Guttempler-Gemeinschaft, ein Jahr betreute er das Nottelefon für Kinder. „Die Betreuung der Angehörigen, auch der Kinder, ist sehr wichtig. Die Erfolgsquote ist höher, wenn die ganze Familie mit eingebunden ist“, erklärt Thomas Schwarz. Alkoholsucht ist ein schleichender Prozess: Alkoholiker glauben, jederzeit aufhören zu können. Ein Irrglaube, wie Schwarz selbst erlebt hat. Der Dulsberger ist bereits 1986 in die Guttemplergemeinschaft Wandsbek eingetreten. „Damals habe ich gemerkt, dass ich mit Alkohol nicht mehr umgehen kann.“ Er machte eine Therapie und ist seither trocken. „Alkoholismus ist eine Krankheit, die nicht heilbar ist, aber man kann sie zum Stillstand bringen. Meine verstorbene Frau und meine Kinder haben mich nie alkoholisiert gesehen“, sagt er stolz. Bei ihm zuhause ist „alkoholfreie Zone, und gute Freunde und Verwandte trinken keinen Alkohol in meiner Gegenwart.“
Gern würden Sendrowski und Schwarz noch eine Frauengruppe gründen. In der bestehenden Suchtselbsthilfegruppe liegt der Frauenanteil bei etwa einem Drittel, doch würden Frauen sich ohne Männer anders austauschen. Thomas Schwarz engagiert sich auch im Sozialverband Deutschland als 2. Vorsitzender im Ortsverband Dulsberg, erteilt PC-Unterricht, repariert Computer für Bedürftige. Vergangenes Jahr wurde er von Bürgermeister Olaf Scholz mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes ausgezeichnet. Schwarz ist auch gern auf seinem Motorrad unterwegs, engagiert sich bei der Motorradselbsthilfewerkstatt Z.AN.K. „Ich kenne keine Langeweile“, sagt der vierfache Papa und zweifache Opa. (cm)
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Timo Hofmann aus Dulsberg | 14.05.2014 | 18:31  
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