Hamburg: Ich bin Hausmann von Beruf...

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Alexander Posch beschreibt das Leben eines Hausmannes auf humorvolle Weise Foto: cm

45-Jähriger aus Rahlstedt schrieb ein Buch: „Sie nennen es Nichtstun“

Von Christa Möller
Hamburg. Sein erstes Buch, das er als „Büchlein“ bezeichnet, erschien vor 15 Jahren, „Schlucker 2000“ heißt es und beinhaltet 33 Kurzportraits Hamburger Literaten. Ein Künstlerfreund lieferte die passenden Zeichnungen dazu. In der Zwischenzeit war Auto Alexander Posch vor allem eins: Vater von drei Kindern und Hausmann. Während seine Frau Veronika Gayler als wissenschaftliche Programmiererin den Lebensunterhalt für die Familie verdiente, kümmerte sich Alexander Posch um den Haushalt und den Nachwuchs. Das inspirierte den 45-Jährigen zu seinem gerade erschienenen Werk „Sie nennen es Nichtstun“. Sein Protagonist ist Mitte Vierzig, hat wie Posch zwei Töchter, 16 und 14 Jahre alt, und einen zwölfjährigen Sohn, eine berufstätige Ehefrau und lebt in Rahlstedt. Der Schriftsteller betont, dass die Figuren im Buch dennoch seiner Phantasie entspringen, ebenso wie die Geschichten, die sie erleben.

Nach der Schule durch Australien

Das Schreiben ist sein Metier: „Das wusste ich schon, als ich dreizehn, vierzehn war“, sagt Alexander Posch, der sich an der Schülerzeitung beteiligte, bereits während seiner Schulzeit neugierig aufs Leben war und die Welt per Interrail erkundete. Nach dem Abitur am Gymnasium Tonndorf (heute Gyula-Trebitsch-Schule) reiste er ein halbes Jahr durch Australien. Gleich nach seiner Zeit bei der Bundeswehr lockte ihn die Ferne wieder, diesmal ging es nach Russland, wo er schließlich ein dreiviertel Jahr in Sankt Petersburg und Witebsk lebte. Damals war „Weltenbummler“ Hardy Krüger sein großes Vorbild: „Reisen machen, die Welt sehen, mit Leuten sprechen, in Russland habe ich gesehen, dass das geht. Man verständigt sich mit Händen und Füßen, lernt etwas russisch und schon kann man sich unterhalten.“
Er studierte im Hauptfach Geschichte, aber auch Ethnologie, Soziologie, Literatur, Spanisch - alles lockte ihn. Er schloss sich einer Studentenschreibgruppe an und war im ASTA-Kulturausschuss aktiv. Seine erste Geschichte konnte er in der TAZ veröffentlichen, 1995 war das. Mit Studentenjobs hielt er sich über Wasser, war unter anderem Etagenkellner im Elysee-Hotel. „Da haben ganz viele Rockstars gewohnt, das war sehr interessant“, erinnert sich Posch, der Konzertkritiken schrieb, die er an Freunde verteilte.
Mit dem Vordiplom hängte er das Studium schließlich an den Nagel und wandte sich ganz der Kunst zu, beteiligte sich an zahlreichen Projekten in Hamburg wie dem Machtclub oder der Schischischo im Literaturhaus. Sein erstes Buch entstand dank eines Stipendiums: „Ich war einen Monat gemeinsam mit sieben anderen Künstlern auf dem Darß in Ahrenshooper Künstlerhaus.“ Vor zwei Jahren hatte er ein Stipendium auf Mallorca. Im Laufe der Zeit schreib er fast 80 Geschichten zum Thema Rollentausch, 33 wählte sein Agent Martin Brinkmann schließlich für das neue Buch aus, das der Autor auf vielen Lesungen, unter anderem im Yachtclub Reeperbahn, bei Heymann in Rahlstedt und natürlich auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt hat. Das Reisen ist derweil etwas zurückgestellt. „Ich bin ein totaler Städte-Junkie“, erzählt Posch, das sei eben schwierig mit drei Kindern. „Aber demnächst fahren wir nach Barcelona.“ Sportlich ist er außerdem aktiv.

Er unterrichtet afghanische Kinder

Weil Sprache ihn fasziniert und er auch Lust hat, anderen etwas beizubringen, gibt Alexander Posch afghanischen Kindern am Gymnasium Oldenfelde Deutsch-Unterricht. „Das bringt sehr viel Spaß und wir lernen gegenseitig etwas, ich erfahre etwas über die Kultur.“ Außerdem hat er an einer Stadtteilschule einen Kurzgeschichtenkursus gegeben, eine Wiederholung ist vorstellbar. Weil er gern kocht, tut er das auch in der Schule. „Ich treffe mich gern mit Menschen, bin total neugierig“, sagt Posch über sich selbst. Ist ein weiteres Buch in Planung? „Ich habe schon verschiedene Ideen“, verrät der Rahlstedter Autor, der sich regelmäßig mit einer Autorengruppe austauscht und längst kein Vorbild mehr braucht: „Ich habe Glück, dass ich dieses Kreative, Künstlerische machen kann, das meine Frau mich unterstützt und ich mit verschiedenen Künstlerfreunden verflochten bin.“

Am 14. Mai, 20 Uhr, liest Alexander Posch in der Konzertmuschel von Planten un Blomen
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