Hamburg: Immer an der Wand lang

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Zwischen den Haltestellen Landwehr und Hasselbrook gibt es seit kurzem Lärmschutz. In der Nähe der Gleise liegen fast ausschließlich Wohnungen Foto: mt

Bahn stellt Lärmschutzwände auf und fällt „Gefahrenbäume“

Von Marco Thielcke
Hamburg. Nachbarn der Deutschen Bahn sollen in Zukunft besser schlafen – jedenfalls im Bezirk Wandsbek. Hier stellt die Deutsche Bahn an den Gleisen zwischen Hamburg und Lübeck Lärmschutzwände auf. Die Bauarbeiten laufen bereits seit drei Wochen. Weite Teile der Strecke Hamburg – Lübeck wurden bereits mit den grauen Schutzwänden ausgestattet.
Auf den Gleisen sind täglich rund 120 Züge unterwegs. Mehrmals in der Stunde bringt die R 10 Pendler aus dem Umland zur Arbeit. 23 Minuten dauert die Fahrt von Ahrensburg bis zum Hauptbahnhof, oft führt die Trasse durch Wohngebiete. An jedem Bahnhof quietschen die Bremsen bei der Einfahrt der Züge. Die drei Meter hohen Schutzwände sollen den Schienenlärm am Tag auf 70 Dezibel und in der Nacht auf 60 Dezibel senken.

Bäume gefällt

An anderen Streckenabschnitten mit Lärmschutz konnte laut Bahn die Geräuschkulisse um 15 Dezibel gesenkt werden. Für Anwohner bedeuten diese 15 Dezibel eine Reduzierung des Lärms um mehr als die Hälfte, da schon eine Minderung von 10 Dezibel einer Halbierung des empfundenen Lärms entspreche, heißt es bei der Bahn. Laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn wurde die Sperrung der S-Bahn zwischen Berliner Tor und Barmbek auch genutzt, um sogenannte „Gefahrenbäume“ und Gebüsche an den Gleisen „zurückzuschneiden“. Als die S-Bahn wieder fuhr, sahen Fahrgäste zwischen den Haltestellen Wandsbeker Chaussee und Hasselbrook jedoch nur noch Stümpfe. „Nach dem Orkan „Christian“ mussten in dem Bereich 34 Gefahrenbäume gefällt werden, da sie eine Gefahr für den Bahnbetrieb darstellten“, sagt ein Sprecher.

Bundesweites Programm

Die Bauarbeiten an der Strecke Hamburg – Lübeck werden im kommenden Jahr fortgesetzt. Laut Bahn soll es aber zu keinen weiteren Sperrungen kommen. Die Lärmschutzmaßnahmen sind Teil eines bundesweiten Programms der Deutschen Bahn. Jährlich werden 100 Millionen Euro investiert. Das Lärmsanierungsprogramm umfasst 3700 Kilometer Bahnstrecke, von denen 1200 Kilometer bereits fertig gestellt sind.
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