Hamburg: Kästnerschule im Check

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Jury und Schulleitung an einem Tisch: Beate Wischer, Maria Hufert, Pit Katzer, Helmut Kopecki, Roman Rösch, Michael Bremer, Gisela Gravelaar und Angelika Wolters (v.l.) Foto: Sichting

Positives Feedback macht Hoffnung auf Nominierung für Schulpreisfinale

Von Mathias Sichting
Hamburg. Die heiße Phase hat begonnen. Nachdem die Erich-Kästner-Schule in Farmsen-Berne für den Deutschen Schulpreis 2014 nominiert wurde, besuchte vergangene Woche eine Vorjury die Grund- und Stadtteilschule. Die vier Jurymitglieder nahmen sich anderthalb Tage Zeit, um hinter die Kulissen der Kästnerschule zu blicken.

„Der Deutsche Schulpreis ist ein Schulentwicklungspreis. Die Einrichtungen
werden für ihre Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren ausgezeichnet.“
Roman Rösch


„Der Deutsche Schulpreis ist kein Projektpreis, sondern ein Schulentwicklungspreis. Die Einrichtungen werden für ihre Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Anhand von sechs Qualitätsmerkmalen wurde im Vorfeld eine schriftliche Bewerbung eingereicht, die während eines Jurybesuchs vor Ort auf ihre Genauigkeit überprüft wird. Wir schauen, ob das, was geschrieben wurde, auch der Wahrheit entspricht“, so Roman Rösch von der mit organisierenden Robert-Bosch-Stiftung im Gespräch mit dem Wochenblatt.
Der Schulpreis geht 2014 bereits in die achte Wettbewerbsrunde. In diesem Jahr haben sich 120 Schulen beworben. 20 werden von einer Jury besucht, 15 davon fahren zum Finale nach Berlin. Die Erich-Kästner-Schule nimmt bereits den dritten Anlauf zum Gewinn des mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreises. 2008 und 2012 stand die Hamburger Schule in der Endrunde. Vier weitere Schulen erhalten Preise in Höhe von jeweils 25.000 Euro. Zusätzlich wird der „Preis der Jury“ in Höhe von 25.000 Euro verliehen.

Ein spannendes Novum

„Man kann jetzt schon zu diesem schönen Erfolg gratulieren. Es ist ein Novum, dass eine Schule drei Mal so weit gekommen ist. Es fehlt jetzt nur noch der letzte Schritt. Hut ab, so oft im engsten Kreis der besten Schulen Deutschlands zu landen, ist wahrlich nicht einfach“, lobte Rösch während des Jurybesuchs die Entwicklung der Einrichtung. „Für uns ist es sehr spannend und einmalig, eine Schule so lange auf ihrem Weg zu begleiten.“
Die Hospitanten erlebten unterschiedlichste Unterrichtssituationen und nahmen an über 50 Unterrichtsstunden teil. „Uns standen alle Türen offen. Wir haben sogar eigene Schlüssel bekommen. Uns konnte also gar nichts vorenthalten werden. Wir haben außerdem mit Schülern, Eltern, der Schulleitung und dem Kollegium sehr intensive Gespräche geführt“, so Rösch weiter.
Die erfahrenen Jurymitglieder sind Pädagogen und kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie wissen, worauf sie achten müssen. „Ich bin sehr froh, hier gewesen zu sein und habe sehr viele ganz spannende Ansetze erlebt. Das Thema Wertschätzung wird hier ziemlich groß geschrieben und zieht sich durch alle Bereiche. Das ist sehr beeindruckend“, staunte Jurymitglied Gisela Gravelaar aus Münster. Angelika Wolters aus Magdeburg fand „einiges an dieser Schule bemerkenswert. Es ist etwas besonderes, wenn das Thema Inklusion bei den Schülern gar keine Rolle spielt und von der Leitung gar nicht thematisiert werden muss. Dahinter steckt eine tolle pädagogische Leistung. Ich habe gesehen, wie die Schule das umfassende Lernangebot mit Ritualen kombiniert. Das gibt den Schülern Sicherheit und Freiheit.“

Jury begeistert

Während des Abschlussgesprächs waren durchweg positive Meinungen der Jury
zu hören. Die Besucher ließen sich aber nicht in die Karten schauen. Es wurde mehrfach betont, dass das Ergebnis noch nicht feststeht. „Die Fragestellungen von Jurymitgliedern waren außerordentlich anregend. Ich finde den Blick von außen auf unsere Schule sehr interessant. Es wurden Fragen gestellt, die uns dazu bringen, über bestimmt Dinge nachzudenken. Den Besuch fand ich insgesamt sehr lebendig und anregend. Insofern hat er mir sehr sehr gut gefallen“, freute sich auch Schulleiter Pit Katzer. „Ein paar Kollegen waren bei mir und haben
sich beschwert, dass ihr Unterricht nicht besucht wurde. Das zeigt, dass da ein großes Interesse besteht, zu zeigen, was geleistet wird. Ich denke, dass ist ebenfalls ein positives Zeichen.“
Am 27. März findet die abschließende Jurysitzung statt. Dann wird entschieden, wer Anfang Juni nach Berlin fährt. „Es wird zeitnah einen Telefonanruf geben, in dem wir die Schulen gegebenenfalls informieren, dass sie nominiert sind. Allein, nominiert zu sein, ist eine Qualitätsauszeichnung“, so Rösch abschließend. (ms)
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