Hamburg: Klassenfahrt zu Special Olympics

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Die beiden Lehrer Christian Schirrmacher und Martin Ehlers fahren am 19. Mai mit ihren Schülern zu den „Special Olympics“ Foto: ks
 
Jan trainiert in der Turnhalle auf der Trapezschaukel, will so seinen Gleichgewichtssinn steigern - sein Lehrer Christian Schirrmacher (62) ist zufrieden Fotos: Schlichtmann

Rahlstedter Schule mit Schwerpunkt Sport schickt Schüler nach Düsseldorf

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Die neun Schüler der Klasse OB (Oberstufe B) können die Zeit kaum noch abwarten: Wenige Tage sind es noch, bis sie am 19. Mai morgens an ihrer Schule Paracelsusstraße in Rahlstedt in den Bus steigen werden und starten. Ihr Ziel, 411 Kilometer entfernt: Düsseldorf. Dort finden in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der „First-Lady“ Daniela Schadt die „Special Olympics“ statt, quasi so etwas wie Olympische Spiele für junge Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Die sieben Jungen und zwei Mädchen in der „altersübergreifenden“ Klasse OB sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und werden an dieser Schule neben dem üblichen Unterricht je nach ihren Fähigkeiten auf das Arbeitsleben vorbereitet, etwa in einer Behinderten-Werkstatt. „Sie alle haben einen Behinderungsgrad zwischen 50 und 100 Prozent“, erklärt Klassen- und Sportlehrer Christian Schirrmacher (62). Das gilt mehr oder weniger für alle knapp 80 Schüler - darunter zehn Rollstuhlfahrer – an dieser „Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“, wie diese Einrichtung offiziell betitelt wird. Ein Schwerpunkt dabei bildet der Sport bzw. die spielerische Bewegung in der Gemeinschaft - für dieses Sportkonzept gab es vor vier Jahren das Prädikat „Bewegte Schule“ sowie vor zwei Jahren den Hamburger Bildungspreis der Haspa.
Fortsetzung von Seite 1. Über 4.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden zu dem Event in Düsseldorf erwartet, 18 Wettbewerbe wie Handball, Reiten, Badminton oder Schwimmen stehen auf dem Programm, ebenso ein buntes Rahmenprogramm mit Aktionen, Musik und Bühnenprogramm im „Olympischen Dorf“. Neben den Wettkampf-Disziplinen gibt es aber auch sogenannte „Wettbewerbsfreie Angebote“ - sportliche Aktivitäten ohne Leistungsdruck - und da sind die Jungen und Mädchen aus Rahlstedt mit von der Partie. Christian Schirrmacher: „Frei von dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, entwickeln die Jugendlichen ein Bewusstsein für ihren Körper, steigern so auch ihr Selbstbewusstsein!“
Max zum Beispiel freut sich besonders auf die Floorball-Hallenhockey-Turniere. Laura, ein Mädchen mit Down-Syndrom, wird beim Tischtennis in vorderster Reihe stehen, während John sich für das Boule-Spielen begeistert. Und alle freuen sich natürlich auf die abendliche Disco! 3.600 Euro kostet die Sport-Klassenfahrt nach Düsseldorf. Sie ist nur durch persönliche finanzielle Beteiligung sowie Spenden möglich geworden. So beteiligt sich die Hans und Gretchen Tiedje-Stiftung ebenso an der Finanzierung wie das „Hamburger Spendenparlament“, das 500 Euro für die Reise bewilligte. Knapp 400.000 Euro hat das Spendenparlament auf seiner letzten Sitzung an 30 soziale Projekte vergeben, darunter eben auch den Zuschuss für die Klasse OB der Paracelsusschule. Seit Gründung des Spendenparlaments im Januar 1996 kamen durch die 3.400 Mitglieder so stolze 8,9 Millionen Euro an Spendengelder zusammen, die seitdem auf 1.038 unterschiedliche Projekte verteilt wurden. Das Besondere an diesem Verein: jedes Mitglied kann mitentscheiden, wer und in welcher Höhe Zuwendungen erhält. Eine Mitgliedschaft im „Hamburger Spenden-Parlament“ ist ab fünf Euro monatlich möglich.

Weitere Infos: spendenparlament.de
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