Hamburg: Kunst für die Ewigkeit

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Die Bildhauerin Hildegard Huza in ihrem Atelier. Hier entstehen die Werke aus Mamor und Sandstein Fotos: Jenssen

Bildhauerin Hildegard Huza aus Tonndorf schuf Mahnmal an der Mundsburg

Von Martin Jenssen
Hamburg. Sie haben sich großartige Sachen zum Thema Schöpfung ausgedacht und in Kunst umgesetzt. „Die Geburt“ und „Der Urknall“ gehören dazu. Aber auch die „Liebe“ und „Eva mit Schlange und Apfel“. Alles quasi in Stein gehauen und als Plastiken zu bewundern. Die Skulptur der Bildhauerin Hildegard Huza und die Werke ihrer Schüler sind für die Rahlstedter Kulturwochen erarbeitet worden und zu bewundern im Skulpturengarten der Tonndorfer Künstlerin.
Hildegard Huza, geboren 1951 in Hamburg, gehört zu den bedeutendsten Bildhauern in Norddeutschland. Eines ihrer wichtigsten Werke ist das Mahnmal für die Opfer des Feuersturms. Es erinnert an die 370 Menschen, die bei einem Bombenangriff in der Nacht zum 30. Juli 1943 im öffentlichen Luftschutzraum des damals vollkommen zerstörten Karstadt-Gebäudes in der Hamburger Straße erstickten.
Diese „Mahnung für den Frieden“ entstand im Jahre 1985. Die Künstlerin war damals an den Rollstuhl gefesselt und wusste nicht, ob sie jemals wieder auf ihren eigenen Beinen laufen würde. Dennoch nahm sie den Auftrag für das Mahnmal an. Mit großer Energie ging sie ans Werk, baute sich ein Gerüst aus Stöcken, das in ihren Moonboots verankert war, um aufrecht an der Skulptur arbeiten zu können. Diesem Mahnmal an der Mundsburg erweisen die Hamburger Bürger bis heute große Ehrfurcht und Bewunderung. Immer wieder wird es mit frischen Blumen geschmückt. Und es wurde noch nie beschmiert - in heutiger Zeit leider fast einzigartig für ein öffentliches Kunstwerk.
Ein „Energiebündel“ ist Hildegard Huza heute noch. Die zierliche Frau, die Steinmetz gelernt hat und Schülerin der Bildhauerin Karin Hertz war, schleppt das schwere Material wie Marmor, Alabaster und dicke Holzstämme alleine in ihre Werkstatt. Fertige Werke wuchtet sie ins Auto und aus dem Auto schleppt sie die Skulpturen wieder in die Galerien oder Ausstellungshallen.
„Die schwere Arbeit tut mir gut“, sagt sie. „Rückenprobleme kenne ich nicht.“ Ihre Kunstwerke hat sie bisher auf über 40 Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen gezeigt. Über mehrere Jahre führte sie eine eigene Galerie in Möllin in der Nähe von Gadebusch. Arbeiten von Hildegard Huza sind unter anderem im Kleinen Michel am Stellinger und am Harburger Rathaus, in Glinde und Mönchengladbach zu sehen.
Um interessierte Menschen an die Bildhauerkunst heranzuführen, veranstaltet Hildegard Huza Kurse in ihrem Atelier. Die Kursgebühr beträgt 60 Euro im Monat. Viele ihrer Schüler sind so begeistert, dass sie schon seit mehreren Jahren an den Kursen teilnehmen.
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