Hamburg: Mehr Platz für Jugendliche

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Doris Bieniek von der SAGA GWG, Rafael Velazquez von Streetlife e.V. und Claudia Fründ vom Bezirksamt Wandsbek (v.l.n.r.). 150 Quadratmeter Platz bietet das neue „Trollhaus“ in der Potsdamer Straße Fotos: rg

Grundsteinlegung für neues „Trollhaus“ in der Potsdamer Straße

Von Rainer Glitz
Hamburg. Noch stehen Paletten mit weißen Mauersteinen auf der Baustelle. Geschmückt sind sie mit bunten Ballons. Der neue Flachbau in der Potsdamer Straße hat noch keine Fenster, kann aber bereits betreten und besichtigt werden. „Das werden schöne, große Räume“, sagt eine Anwohnerin. Sie ist genauso wie viele Kinder und Jugendliche aus Hohenhorst auf die Baustelle gekommen, um mit Kaffee und Kuchen die Grundsteinlegung zu feiern. Doris Bieniek, Leiterin der SAGA GWG-Geschäftsstelle Jenfeld hat eine „Gründungsschatulle“ vorbereitet. Das ist ein wasserdicht verschließbarer Zylinder aus Kupfer. Inhalt: Eine Tageszeitung, einige Münzen und die Bauzeichnung.
„Jetzt fehlen nur noch eure Wünsche“, sagt Doris Bieniek. Eine saubere Toilette, einen Kinoraum, mehr Partys und Übernachtungen wünschen sich die Jungs. Ein Trampolin, Ausflüge und einen Essensraum für alle haben die Mädchen auf eine Papierrolle geschrieben. Die Schatulle kommt in ein viereckiges Loch im Boden, die Kinder drängeln sich darum. Jeder möchte die Kelle schwingen und beim Einbetonieren helfen. „Wir haben nur begrenzte Mittel, trotzdem ist es kein Fertigbau, sondern ein Architekt hat den Neubau entworfen“, sagt Claudia Fründ vom Sozialraummanagement des Bezirksamtes Wandsbek. 150 Quadratmeter Fläche entstehen in Hohenhorst für die offene Kinder- und Jugendarbeit. Vorher standen hier marode Garagen, die abgerissen wurden. Etwa 100 Meter entfernt ist das alte Trollhaus in einem ehemaligen Waschhaus der SAGA GWG untergebracht.
Die neuen Räume des Jugendtreffs bieten Platz zum Toben, Essen, Musik machen, sich unterhalten oder auch um sich zurückzuziehen. Und: Es gibt eine überdachte Terrasse. Die Fassade wird anthrazitfarben. Die Baukosten von 350.000 Euro übernimmt der Bezirk zur Hälfte, die andere Hälfte stammt aus Mitteln der integrierten Stadtteilentwicklung. Bauherrin ist die SAGA GWG, sie verzichtet im Gegenzug für 20 Jahre auf die Kaltmiete. „Unsere Klientel geht nicht ins Haus der Jugend, die verbringen ihre Kindheit auf dem Spielplatz und auf der Straße“, sagt Rafael Velazquez vom Träger Streetlife e.V. und weiter: „Wir sind für sie die erste Anlaufstelle.“ Besonders wichtig sei das Essen. Auf eigenen Wunsch gibt es im Trollhaus getrennte Angebote für Jungen und Mädchen. Viele blieben der Einrichtung über Jahre treu, sagt Straßensozialarbeiter Velazquez: „Für mich ist das hier die Arbeit schlechthin, ich kann mir nichts anderes vorstellen.“
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