Hamburg: Rad-Traum verwirklicht

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Wolfgang Nickel und Hermann Rafalzik (li.) sind alte Sandkistenfreunde und haben nach 40 Jahren zum ersten Mal wieder eine Radtour gemacht. „Gewöhnungsbedürftig“ hieß das Urteil der beiden Freunde Foto: Grell

Seit fast 50 Jahren gehen zwei Freunde regelmäßig auf Tour – jetzt an der Elbe

Hamburg. Hermann Rafalzik und Wolfgang Nickel kennen sich seit über 60 Jahren. Sie haben schon viele Abenteuer zusammen erlebt und jetzt im Rentenalter endlich auch mehr Zeit für ihr großes Hobby: das Reisen. In diesem Sommer ging es per Rad quer durch Deutschland bis zur Tschechischen Grenze und zurück. Fast 800 Kilometer standen danach auf dem Tacho und ein paar neue Erkenntnisse hatten die beiden auch dazugewonnen. „Das Zelten ist für mich gewöhnungsbedürftig“, verrät Kumpel Hermann seinem Sandkastenfreund, denn mit nun bereits 65 Jahren sind die beiden zwar noch topfit, etwas mehr Komfort als zu Teenie-Zeiten allerdings gewöhnt. Mit der Fahrradtour haben sie sich einen großen Traum verwirklicht. „Wir haben auf den Campingplätzen schnell Kontakte geknüpft“, so die beiden Oldenfelder, die einfach mittendrin sein wollten bei ihrer Tour.

Seit 1968 gemeinsam unterwegs

Den Elbe-Radweg haben sie als gepflegt und zu achtzig Prozent in gutem Zustand erlebt, die Campingplätze dann für einen Plausch mit anderen Radlern genutzt. Viele Familien mit kleinen Kindern sind ihnen begegnet und „da kommt man unter Fahrradfahrern schnell zusammen“, erzählt Wolfgang Nickel, der schon als Junge mit Rad und Mofa groß geworden ist. Das allererste Mal, dass die dicken Freunde zusammen unterwegs waren, ist schon bald 50 Jahre her. 1968 ging es mit einem klapprigen NSU und einem Zelt im Gepäck auf große Fahrt. Danach folgten Reisen in die Sahara, nach Tunesien und in den Libanon. „Das Schöne heute ist, dass Zeit keine Rolle mehr spielt“, lacht Hermann, der sich auch mal eine Radtour nach Helsinki vorstellen könnte. Neben dem Radfahren lieben es die beiden Schulfreunde mit dem Wohnmobil auf Tour zu gehen, die Rädern natürlich hinten drauf.

Zwei Stunden packen - jeden Tag

Gezeltet hatten sie das letzte Mal vor 40 Jahren. „Beim Einpacken haben wir auf dieser Radtour an jedem Morgen fast zwei Stunden gebraucht“, erinnert sich Wolfgang Nickel, der sich den Urlaub mit dem Zelt heute nicht mehr so gut vorstellen kann. Ein Riesen-Abenteuer war dieser Sommer für die gebürtigen Hamburger dennoch. Die Landschaft per Rad zu erleben ist ein absoluter Tipp, den die beiden unbedingt auch jungen Leuten weitergeben möchten. Es bleibt also abzuwarten, wo es im nächsten Jahr hingeht. Vielleicht ja tatsächlich nach Helsinki. Dann aber ohne Zelt. (kg)
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