Hamburg: Spielend lernen mit „Kate“

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Diese Mädchen aus der Schulhund-AG verwöhnen Kate mit ein paar StreicheleinheitenFotos: Christa Möller
 
Hundebesitzerin Lydia und ihre Mutter, die Hundeführerin Petra Walczok

Schulhund-AG am Matthias-Claudius-Gymnasium: In acht Stunden zum Hundeführerschein

Von Christa Möller
Hamburg. Der zweieinhalbjährige Golden Retriever-/ Labrador-Mix Kate ist nicht irgendein Hund: Der Vierbeiner begann bereits im zarten Welpenalter von elf Wochen eine Ausbildung zum Seelentröster und steht jetzt kurz vor der Abschlussprüfung zum Therapie- und Schulhund. Am Matthias-Claudius-Gymnasium, das ihr Frauchen Lydia Walczok besucht, ist Kate der Star in der neuen Schulhund-Arbeitsgemeinschaft. Dienstags in der achten Stunde lernen jetzt erstmals acht junge Fünft- bis Siebtklässler, darunter ein Junge von Kate und Lydia sowie Hundeführerin Petra Walzcok, worauf es bei der Hundehaltung ankommt. Sie machen in acht Schulstunden einen kleinen Hundeführerschein, erfahren, in welchen Berufsgebieten Hunde eingesetzt werden und bringen dem jungen Hund kleine Kunststücke bei. Dabei geht es spielerisch, abwechslungsreich, und rücksichtsvoll zu, wofür der Vierbeiner beste Voraussetzungen mitbringt: Kate ist sozialverträglich und stressresistent.
„Im Prinzip können Hunde jeder Rasse zum Therapiehund ausgebildet werden“, weiß Petra Walzcok. Die Jenfelderin hat das Tier gemeinsam mit Tochter Lydia ganz bewusst ausgewählt. Die Hundemama ist ebenfalls Therapiehund, und auch fast alle Geschwister von Kate sind sozusagen im sozialen Dienst: Als Besuchs-, Rettungs- oder Therapiehund. Angela Harms aus Bergedorf und Besitzerin der Hundemama, ist die Ausbilderin, die Prüfung wird in einer schleswig-holsteinischen Ausbildungsreinrichtung abgenommen. „Etwa 180 Stunden dauert die Ausbildung für Hund und Halter“, erläutert die Hundetrainerin, die im Verein Hamburgische Brücke als Fachkraft für tiergestützte Interventionen auch die Qualifizierung und den Einsatz von Besuchshundeteams koordiniert sowie in der tiergestützten Therapie tätig ist. Angela Harms erklärt wichtige Unterschiede: „Bei der tiergestützten Aktivität bestimmt der Hund Art und Dauer der Kontakte, die nicht personengebunden sind und nicht dokumentiert werden. Bei der therapeutischen tiergestützten Therapie ist jeweils ein Therapeut dabei, alle Besuche sind personenbezogen und werden dokumentiert und reflektiert.“ Wichtig: „Die Hunde brauchen eine hohe Toleranzschwelle, einen guten Grundgehorsam sowie eine gute Orientierung an ihren Hundeführer.“ Aber auch die Halter müssen Voraussetzungen erfüllen: „Sie müssen soziales Engagement und Empathie zeigen und als Therapiehundeführer ein ganz hohes Fachwissen auf dem jeweiligen Gebiet haben.“
Derweil haben die Teilnehmer der AG Stühle zum Sitzkreis aufgestellt, sie wollen Dogtivity spielen. Bei diesem Brettspiel geht es natürlich um Wissensfragen zum Thema Hund. Der ist natürlich immer dabei, wenn auch manchmal mit etwas Abstand. „Wenn sie aufsteht und weggeht, heißt das vielleicht, dass sie einfach eine Pause möchte“, erklärt Petra Walczok. Die Kinder haben längst gelernt, dass Hundeerziehung mit viel Lob einhergeht, während Strenge und Schimpfen wenig erfolgversprechend sind. „Auch ängstliche Menschen können den Umgang mit dem Hund lernen“, sagt Petra Walczok.
Weitere Durchläufe der Schulhund-AG sind geplant, damit möglichst viele Kinder von der positiven Atmosphäre der Schulstunden mit Hund profitieren können. Schulhunde wie Kate können als Klassenbegleithund eingesetzt werden, beeinflussen die Lernatmosphäre in der Schule positiv und eignen sich für Konzentrationstraining, Konfliktmanagement oder Gewaltprävention.
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