Hamburg: Telefon sucht Anschluss

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Das grau-rote Telefonhäuschen auf dem Wandsbeker Marktplatz bleibt vorerst ohne Anschluss an das Festnetz Foto: mt

Warum das Häuschen auf dem Wandsbeker-Mark verfällt

Von Marco Thielcke
Hamburg. Es war einmal ein altes Häuschen auf dem Wandsbeker Marktplatz. Vor langer Zeit benutzten die Menschen dieses grau-rote Häuschen zum Telefonieren. Man stelle sich vor: von Festnetzanschluss zu Festnetzanschluss...
In Zeiten von Smartphones und Internet wirkt die Telefonzelle auf dem Wandsbeker Marktplatz fehl am Platz und wie aus der Zeit gefallen. Das stellte kürzlich auch die Bezirksversammlung an der Schloßstraße fest und rief den Regionalausschuss Wandsbek-Kern an, der den Abriss vorbereiten soll. Doch der Münzfernsprecher erweist sich als widerspenstiges Relikt einer Zeit, als gerne Briefe geschrieben wurden und zwei Groschen zum Telefonieren benötigt wurden.
Geradezu trotzig steht die Zelle vor Karstadt.
Technologiesprung? Interessiert nicht, denn ohne Hörer ist sie ohnehin keine Alternative für Menschen die zum Telefonieren noch in die Zelle gehen möchten. Wirtschaftskrise? Da könnte sich schon eher ein Anschluss herstellen lassen: Ihr Betreiber Avanticom musste Insolvenz anmelden. Nun warten 79 Bezirkspolitiker und - bislang ohne dieses Hintergrundwissen - wohl etliche Passanten auf den Ausgang des Insolvenzverfahrens oder zumindest den Abbau der Zelle. Vielleicht findet sich ein Käufer, der das alte Häuschen übernimmt. Dann bekommt es einen neuen Anstrich. Oder es wird verkauft und dient als Kunst im öffentlichen Raum als Erinnerung an alte Zeiten. Sie wissen schon - die Zeiten mit der Wählscheibe.
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