Hamburg: Vom Tacker zum Klicker

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Die 3-Cup-Gewinnerinnen Gabriele Jähnig mit Aika und Sabrina Hühne mit Noel freuen sich über ihren Pokal. (3-Cup = Flyball, Treibball, Verweisen)Foto: Susanne Gradert
 
Mini spielt Treibball Foto: Susanne Gradert

Im Boxer-Club Jenfeld werden Hunde aller Rassen trainiert

Von Christa Möller
Hamburg. Susanne Gradert hat ein Herz für alle Tiere, aber Hunde spielen eine besonders große Rolle im Leben der Jenfelderin. Ihr Ältester, Jack Russell Terrier Mini, 13, gehört eigentlich einer Freundin, ist aber Dauergast bei ihr. Karim, 6, ist ein Galgo (spanischer Windhund). Nadima, 5, stammt auch aus Spanien und ist ein Podenco (spanischer Jagdhund). Und dann sind da noch Noel, 4, ein Schäferhund-Jagdhund-Mix sowie ein weiter Gast, der dreijährige Podenco-Galgo-Mischling Filou. Auf das Türklingeln reagieren die Vierbeiner mit lautem Bellen, dann begrüßen sie den Besuch von der Zeitung mit großer Begeisterung. Im Haus verteilen sie sich auf diverse gemütliche Schlafplätze, wo sie friedlich liegen bleiben, nachdem Susanne Gradert ihnen kurz deutlich gemacht hat, dass sie während des Interviews nicht mit der Besucherin kuscheln können.
Alle Hunderassen
Sie arbeitet in einer Bank, ist außerdem Hundetrainerin und engagiert sich ehrenamtlich als Ausbilderin in einem Hundeverein. Dass es sich dabei um den Hamburger Ortsclub des Internationalen Boxer-Clubs (IBC) handelt, dessen 1. Vorsitzende sie ist, verwundert nur auf den ersten Blick, hat sie doch selbst kein Tier dieser Rasse. In ihrem Verein sind schon seit Jahren Hunde jeder Rasse sowie Mischlinge willkommen, denn „Boxer sind zur Zeit leider nicht in Mode. Wir haben nur noch zwei im Verein“, erläutert Susanne Gradert, für die seit ihrem fünften Lebensjahr Hunde zur Familie gehören. „Es geht nicht ohne“, hat sie festgestellt. „Mich fasziniert ihre Verbundenheit mit den Menschen, obwohl sie Raubtiere sind.“ Den Eindruck machen die dösenden Spanier ebenso wenig wie ihre anderen Hunde. „Windhunde haben kein Aggressionspotential“, weiß die Tiertrainerin, die ursprünglich ein Tier aus dem Tierheim wollte. Doch dort wurde sie nicht fündig und so fand sie über den Verein A.S.P.A. friends ihren Wunschhund in Spanien, dem bald weitere folgten.
Im Boxer-Club lernen die Hunde auf spielerische Weise – im Gegensatz zur Ausbildung in früheren Zeiten. „Vom Tacker zum Klicker“, bringt Susanne Gradert es auf den Punkt. Denn der Tacker, ein Stromhalsband, ist tabu auf dem Hundeplatz. Angesagt ist heute das gewaltfreie Klicker-Belohnungstraining. Susanne Graderts jüngster Spanien-Import hat in nur vier Tagen gelernt, dass Bellen zuhause nicht erwünscht ist und Frauchen zwar mal weggeht, aber auch immer wieder zurückkommt. Auf dem Platz gehorchen ihre Tiere, allerdings gibt es Rassen, die mit mehr Begeisterung arbeiten.
Free Agility und
Dog Dancing
Ein Drittel der 60 Mitglieder zwischen zwölf und 75 Jahren ist regelmäßig mit seinen Hunden auf dem Platz anzutreffen. Ob mit Yorkshire, Schnauzer, Shepherd, Boxer oder Mischling: „Das Besondere an unserem Verein ist, dass wir sehr viel Wert auf Verträglichkeit der Hunde legen. Sie dürfen alle mit ins Vereinshaus und miteinander spielen. Es gibt nur wenige Rüden, die man nicht mit anderen zusammenlassen kann, da wechseln wir dann immer und gegebenenfalls werden sie angeleint.“ Auf dem Arbeitsprogramm des Hundevereins stehen neben der Begleithundeprüfung und Free Agility auch Spiele wie Treibball oder Flyball und das Suchspiel. Wenn es im Winter zu ungemütlich auf dem Hundeplatz am Bruhnrögenredder ist, treffen sich die Mitglieder zum Dog Dancing im Vereinshaus oder hören Vorträge über Themen wie die Kommunikation zwischen Hund und Hund oder die Körpersprache der Hunde.

Offene Gruppe

Übungszeiten sind dienstags ab 17 Uhr und sonnabends ab 15 Uhr. Wer die Arbeit mit Hunden im Boxer-Club kennenlernen möchte, muss sich nicht zu einer Mitgliedschaft verpflichten: In der Offenen Gruppe, jeweils dienstags von 18.30 bis 19.30 Uhr sowie sonnabends von 15.30 bis 16.30 Uhr sind Herrchen und Vierbeiner mit etwas Vorbildung willkommen. Gegründet wurde der Internationale Boxer-Club schon vor 62 Jahren in Hamburg. Heute ist der IBC in vier Landesverbänden mit zahlreichen Ortsclubs, Vereinen und Gruppen organisiert.

Nähere Infos unter ibc-hh oder telefonisch unter Tel.: 654 81 40
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