Hamburg: Zurück zur Natürlichkeit

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Peter Hendoupour vom Bündnis die Grünen war mit seinen Kindern am Sonnabendmorgen dabei und half beim Pflanzen der SchwarzerlenFotos: Grell

Schwarzerlen sollen Lebensraum am Schleemer Bach verbessern

Von Karen Grell
Hamburg. Was der Natur in den letzten Jahrzehnten angetan wurde, muss heute an verschiedenster Stelle wieder zurechtgerückt werden. Bäche, die sich kreuz und quer durch die Landschaft schlängelten, sind damals begradigt und wie Kanäle in die Landschaft gepresst worden und sollten so besser kontrollierbar sein und mehr Möglichkeiten lassen für den Rest der Flächen. Dass dies der Tod für die Tiere und Pflanzen in den Gewässern bedeuten würde, das hat zu der Zeit wahrscheinlich niemand geahnt.
Ein Glück für die Bäche: Es gibt heute die Europäische Wasserrahmenrichtlinien, die bestimmen, dass alle Gewässer in ihre ursprüngliche Natürlichkeit zurückgebracht werden müssen. Viel Hilfe ist dabei nötig und deshalb hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald am Schleemer Bach einen Aktionstag veranstaltet und Anwohner dazu aufgerufen, freiwillig beim Pflanzen von Schwarzerlen zu helfen.

Bach in schlechtem Zustand

Über 20 fleißige Helfer sind am Sonnabend extra früh aufgestanden, um dabei zu sein, als 140 junge Bäume in den Schlick am Ufer des Baches eingesetzt worden sind. Jan Muntendorf von der Schutzgemeinschaft war überwältigt von so viel Resonanz. „Ich hätte nicht erwartet, dass sich so viele engagierte Leute melden würden“, so der Naturschützer, der noch ein paar Spaten besorgen musste, um jeden Freiwilligen mit Werkzeugen auszustatten. Nur gut, dass die jüngste Helferin mit zwei Jahren schon an ihren Eimer und die Schaufel gedacht hatte.
„Der aktuelle Zustand des Baches ist absolut katastrophal“, bewertete Jan Muntendorf die Situation an dem Gewässer. Stark verkrautet und ohne Kies sei ein Fließen des Wassers gar nicht mehr möglich und somit gäbe es an dieser Stelle auch kaum Tiere im Schleemer Bach. Dank der neuen Richtlinien, die auch die anzustrebende Durchgängigkeit der Hamburger Flüsse einräumt, soll sich die Wasserqualität in den nächsten Jahren erheblich verbessern.
Durch das Anpflanzen der Erlen werde in fünf bis sechs Jahren, wenn die Bäume größer sind, auch wieder Schatten auf das Wasser fallen und das Ufer stabilisiert werden.
„Klar ist auf jedem Fall“, so Muntendorf, „dass sich nicht in kürzester Zeit zurechtbiegen lässt, was über fünfzig Jahre hinweg zerstört wurde“. Die vielen Helfer an diesem Morgen, darunter ein Großteil Jungendlicher, konnten einen ersten Beitrag leisten, um den Schleemer Bach für Fische und Insekten wieder interessant zu machen.

Der Schleemer Bach
... ist ein kleines Fließgewässer im Osten Hamburgs. Er entspringt in Rahlstedt-Ost und mündet nach zirka zehn Kilometern in Billstedt in die Bille. Die Schwarzerlen sollen helfen, die Uferböschung zu stabilisieren und sie bieten Fischen, Insekten und anderen Bachlebewesen einen idealen Rückzugsraum.
Am 26. April ist die nächste Aktion am Schleemer Bach. Kies und Steine werden ins den Bach eingebracht. Helfer sind willkommen. Anmeldung bis 21. April. Infos dazu unter sdw-hamburg.de
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