Hamburger Sportfreunde werden nicht stiller

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Peter Menssing (li.) und Hans Köster vom Wandsbeker TSV Concordia wollen einen großen Kunstrasenplatz am Osterkamp. Mit Gegenwehr aus dem Bezirksamt haben sie nicht gerechnet Foto: mt

Bezirksamt lehnt neue Sportanlage am Osterkamp ab. Widerspruch eingelegt

Hamburg. Der Wandsbeker TSV Concordia und das Sportamt der Stadt kämpfen für den Umbau des alten Bolzplatzes am Osterkamp in einen 90 Mal 62 Meter großen Kunstrasenplatz. Doch ein vier Meter breiter Grünstreifen und eine schützenswerte alte Linde machen dem Sportverein einen Strich durch die Rechnung.
Der Grünstreifen ist laut Bezirks-amt Teil einer wichtigen Verbindung von Wandsbeker Gehölz im Osten und Universität der Bundeswehr im Westen und die Linde ein erhaltenswerter Baum. Gegen die Ablehnung eines entsprechenden Bauantrages hat das Sportamt der Stadt nun Widerspruch eingelegt. Eine Sprecherin des Bezirksamts Wandsbek begründet die Ablehnung: „Neben den Sportinteressen haben wir auch den Schutz des Wandsbeker Gehölz und der Anlieger berücksichtigt. Künftige Punktspiele bedeuten mehr Zuschauer, mehr Lärm und mehr Druck auf die Grünflächen.“ Für den neuen Platz müssten der Grünstreifen gerodet und hohe Lärmschutzwände und Flutlichtanlagen installiert werden.
Verein und Sportamt sehen in den Maßnahmen dagegen kein Problem. „Der Grünstreifen wurde erst nachträglich angelegt, eine Rodung könnte durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden“, sagt Hans Köster, Schatzmeister des Sportvereins. Der Meinung ist auch Julian Georg, Fraktionsvorsitzender der Linken in Wandsbek: „Das Gehölz wird sich durch die Teilung des ehemaligen Concordia-Stadions vergrößern. Das Bezirksamt sollte deswegen die für den Jugendfußball nötigen Fällgenehmigungen erteilen.“ Die Fläche des ehemaligen Stadions an der Oktaviostraße ist allerdings als Ausgleichsfläche für ein Bauprojekt am Horner Kreisel schon verplant. An politischer Unterstützung mangelt es dem Sportverein nicht, denn auch die SPD unterstützt das Projekt. „Wir arbeiten gemeinsam an einer Lösung, die den Kunstrasenplatz, das Wandsbeker Gehölz und das Baurecht berücksichtigt“, sagt Rainer Schünemann, Fachsprecher Stadtplanung der SPD in Wandsbek.
TSV Concordia will am Osterkamp in Zukunft Punktspiele seiner rund 40 Jugendmannschaften austragen. Auf dem alten Grandplatz ist das aber nicht möglich, da das Spielfeld mit seinen 85 Metern fünf Meter zu kurz für Punktspiele in Hamburg ist. Laut Verein wird der Platz wegen des maroden Zustands auch selten zum Trainieren genutzt: „Unsere Jugendmannschaften müssen sich im Vereinshaus umziehen, weil es auf dem Platz keine Umkleidekabinen gibt“, sagt Peter Menssing, erster Vorsitzende des TSV Concordia. Bisher werden alle Ligaspiele der Jugendmannschaften auf den Sportplätzen am Bekkamp und am Neumarkt ausgetragen. Der geplante Kunst-
rasenplatz am Osterkamp soll in Zukunft ein Schwerpunkt der Fußballabteilung von Concordia werden. (mt)
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