Heimatgefühle mit Hafentönen und Butterbrot in Hamburg

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Die „Musikalischen Skulpturen“ heißt die Theatergruppe vom Sasel-Haus, die auch mitwirkt Foto: Netzow

Vier Theatergruppen trafen sich beim Projekt „Heimathafen“ in der Kreuzkirche. Nächste Aufführung im Jenfeld-Haus

Von Kirsten Netzow
Hamburg. Welche vielfältigen Erinnerungen, Träume und Assoziationen mit dem Begriff Heimat verbunden sein können, haben unter der Überschrift „Heimathafen“ vier Theatergruppen aus verschiedenen Stadtteilen in der Kreuzkirche gezeigt. Zuwanderung, Wohnungsbauprojekte, Bürgerinitiativen – wie empfinden Zugezogene ihr Leben in der Fremde, und ist Heimat immer mit einem Ort verknüpft?
Am Hamburger Flughafen dreht sich alles um die Sehnsucht nach der Fremde und den Traum von Flucht aus dem Alltag, um das Wiedersehen von alten Freundinnen und um die Suche nach Vertrautem in der Fremde – und wenn es nur der Kaffee ist, der einem fehlt: Dem großartigen Ensemble vom Theater „Mimus“ vom Kulturzentrum Brakula gelang es mit den Ausschnitten aus ihrem abendfüllenden Programm „Tomatensaft und andere Turbulenzen“, eine heiter-melancholische Melange auf die Bühne zu zaubern.
Die kleinen Akteure des Kindertheaters der Freien Kulturinitiative Jenfeld näherten sich mit temporeichen Tanzeinlagen dem Thema Heimat. Zu „Don’t Stopp me now“ von Queen wirbelten sie mit Koffern über die Bühne und spielerisch über mehrere Kontinente. Turbulente Erfahrungen auf Reisen und der Wunsch „auf der ganzen Welt zu Hause zu sein“, waren die Themen ihres Stücks „Ich und meine Welt“. Lieblingsgegenstände wie ein kuscheliges Kissen oder das eigene Zimmer als Lieblingsort – auch das ist für die Kinder ein Stück Heimat. Den Titel des Stadtteilprojekts „Heimathafen“ nahmen die „Musikalischen Skulpturen“ vom Sasel-Haus mehr als wörtlich. Sie überraschten mit maritimen Akkordeon-Klängen und einem ebenso seetauglichen Bühnenbild mit Schiffsteuer und gespannten Seilen, die die Segel eines Schiffes simulierten. Drei als Männer verkleidete Frauen heuern auf einem Handelschiff an und müssen fürchten, aufzufliegen. Auf hoher See denkt man melancholisch an den Heimathafen in Hamburg, denn „da ist alles vertraut“. Das Playback Theater Kaleidoskop vom Kulturschloss Wandsbek nutzte mit vielen Requisiten den Mittelgang der Kirche. „Zuhause, das ist da, wo immer einer auf Dich wartet“ genauso wie der Kauf von Schokokussbrötchen auf dem Schulweg, das Spielen auf der Straße und das Bauernbrot mit Kümmel und Butter – viel Autobiografisches der Akteure floss in die Aufführung mit ein.

6. Mai, 18 Uhr, 7. Mai um 10 + 12 Uhr); 8. Mai,11 Uhr im Jenfeld-Haus, Charlottenburger Str. 1), Jenkitos mit „Ich & meine Welt“. Kinder 1,50 Euro / Erw. 3 Euro
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