Hilfe für Bedürftige

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Sie geben die Lebensmittel jeden Mittwoch kostenlos an die Bedürftigen aus: Martina Griem, Vera Singh, Andreas Weng und Brigitte Schulz-Mosner (von links). Foto: Fuchs
 
Helferin Vera Singh packt die Tüte von Daniel Hannebohm voll. Foto: Fuchs

Seit einem Jahr gibt es das Angebot der Tafel

Von Burkhard Fuchs
Quickborn/Norderstedt. Die Stadt Quickborn gilt als eine der finanzstärksten Kommunen im Kreis Pinneberg. Die Kaufkraft ihrer Bürger ist die höchste im Hamburger Umland und liegt 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Und dennoch gibt es auch hier viele bedürftige Menschen, die gerade so über die Runden kommen. Das Jobcenter im Rathaus betreut 800 Langzeitarbeitslose. 80 Kleinrentner bekommen staatliche Unterstützung, die sich Grundsicherung nennt.
50 Menschen aus diesem Personenkreis kommen regelmäßig einmal in der Woche in das Haus Roseneck, wo das Diakonische Werk des Kirchenkreises seit genau einem Jahr den Quickborner Tisch anbietet. Bedürftige bekommen hier in der Kieler Straße/Ecke Marktstraße jeden Mittwoch von 11 bis 13 Uhr kostenlos Lebensmittel.
„Dieses Angebot ist notwendig in Quickborn. Das beweist der Zulauf, den wir jeden Mittwoch haben“, sagt der Leiter Christian Rohde, der in dem Gebäude an der Kieler Straße auch Ein-Euro-Jobber in einer Werkstatt beschäftigt.

Hartz IV reicht nicht lange

„Ich würde mir wünschen, dass solche Einrichtungen irgendwann überflüssig werden.“
Doch bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg. Frank Gehde, 35, beispielsweise ist alleinerziehender Vater und musste deshalb vor sieben Jahren seine Arbeit bei einer Gebäudereinigungsfirma aufgeben. „Der Hartz-IV-Satz reicht meist nur bis zur Monatsmitte“, erzählt der Vater. Strom, Versicherung und Kleidung müsse er davon für sich und seinen Sohn selber bestreiten.
Da kämen solche Angebote wie gerufen, den Kühlschrank zu Hause kostenlos aufzufüllen, sagt er. Sein Sohn Joschua, 9, hilft beim Tragen. Auch der fünffache Vater Daniel Hannebohm, 26, findet seit einem Jahr keine Arbeit mehr. „Nun geht der Große zur Schule. Da hilft der Quickborner Tisch unserer Familie weiter.“ Es sind auch Frauen, alleinerziehende Mütter und viele Rentner unter den Kunden, die sich hier jede Woche in die Schlange einreihen. Die Lebensmittel stiften örtliche Supermärkte und Sponsoren, sagt Leiter Rohde, der von vielen freiwilligen Helfern bei der Abholung und Verteilung der Lebensmittel tatkräftig unterstützt wird. Brigitte Schulz-Mosner ist eine von ihnen. Sie sagt: „Einerseits ist es schade, dass es solche Einrichtungen geben muss. Andererseits ist es toll, dass es sie gibt.“
Für Bürgermeister Thomas Köppl zeige sich hier an dem Quickborner Tafel-Angebot, wie helfen und Hilfe annehmen gut zusammenkommen. „Das ist unbürokratische Hilfe für Bürger, die sich in problematischen Lebenslagen befinden.“
Die Norderstedter Tafel gibt es seit 1996. Sie holt jeden Tag zwölf Tonnen Lebensmittel bei den Supermärkten ab, die dann an die Bedürftigen verteilt werden: dienstags (14.30 bis 16 Uhr) und freitags (15 bis 16.30 Uhr) im Schützenwall 49 in Norderstedt, montags von 15.30 Uhr an in der evangelischen Kirche in Ellerau, Berliner Damm 14 sowie donnerstags ab 15 Uhr im Bürgerhaus Henstedt-Ulzburg (Beckersbergstraße 34). „Wir versorgen etwa 1400 Menschen mit Lebensmitteln“, sagt Ingrid Ernst von der Norderstedter Tafel. Bei ihr muss jeder Betroffene allerdings einen Obolus von einem Euro bezahlen. (bf)w
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