Ideal fürs Projekt

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Erneute Info-Veranstaltung im Gymnasium Rahlstedt Foto: Glitz

Stadt weitet in Meiendorf Erstaufnahme für Flüchtlinge aus

Von Rainer Glitz
Meiendorf
„In den zwei Monaten ist viel passiert“, begrüßte Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff die Bürger im Forum Gymnasium Rahlstedt. Damals informierte er die Meiendorfer über die neue Einrichtung in der ehemaligen Globetrotter-Halle im Bargkoppelstieg. Die Reaktion war äußerst positiv, wenig später wurde die freiwillige Unterstützung von „Meiendorf hilft“ organisiert. Zwei Monate später dagegen, am vergangenen Mittwoch, war die Stimmung bei vielen gereizt, es hagelte Zwischenrufe.
In der Kritik stand auch die Informationspolitik. Es gehe nicht um weitere Unterkünfte in Meiendorf, sondern eine Umstrukturierung der Erstaufnahme für alle Flüchtlinge, die in Hamburg ankommen, erfuhren die etwas überraschten Bürger. „Bis zum Sommer sind wir gut klar gekommen“, sagte der Staatsrat der Innenbehörde, Bernd Krösser. Dann aber seien die Flüchtlingszahlen heftig angestiegen auf zuletzt mehr als 10.000 im Oktober. Die Zentrale Erstaufnahme in Harburg sei dem nicht mehr gewachsen. Im Bargkoppelweg 66a und 60 seien zwei Hallen verfügbar gewesen, die dritte im Bargkoppelstieg von dort zu Fuß zu erreichen.
„Das ist für uns eine einmalig günstige Konstellation“, so Krösser. Das neue System biete eine schnellere Registrierung, Versorgung und Verteilung der Neuankömmlinge. Im Bargkoppelweg 66a erfolgt die Ersterfassung, nach ein bis zwei Tagen geht es weiter in die Globetrotter-Halle, wo die Menschen medizinisch untersucht und Asylanträge gestellt werden. Nach zwei bis fünf Tagen sollen die Asylsuchenden weiter auf andere, dezentrale Einrichtungen verteilt werden. Als zusätzliche Reserve dient die Halle Bargkoppelweg 60, macht zusammen 2.900 Schlafplätze. „Das ist ein zentrales Projekt für Hamburg, wir bekommen künftig schneller Klarheit“, erläuterte der Innenstaatsrat. Bis zu 10.000 Menschen würden jeden Monat in Meiendorf durchgeschleust.
Es folgten kritische Fragen. Es gebe bereits häufig Lärm und Polizeieinsätze im Bargkoppelstieg, so ein Anwohner. Wie sei das mit der Verteilungsgerechtigkeit in der Stadt, fragte ein anderer. Auch Zweifel am schnelleren Verfahren wurden laut. Melanie Anger von „fördern und wohnen“ bot an, Beschwerden der Anwohner einmal monatlich zu sammeln. Am Bargkoppelstieg werde schon bald ein zusätzlicher Zaun aufgestellt. Außerdem werde man mit den Flüchtlingen über Werte und Pflichten in Deutschland reden.
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