Ideen fürs Claudius-Jahr in Hamburg

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Matthias Claudius wurde 1740 in Reinfeld (Holstein) geboren, zog 1771 nach Wandsbek und wurde Redakteur der Tageszeitung „Der Wandsbecker Bothe“. Claudius starb 1815 in Hamburg
 
Rainer Schünemann sammelt Ideen für das Claudiusjahr

Wandsbeker feiert 2015 den berühmten Dichter

Von Martin Jenssen
Hamburg. Vor rund 240 Jahren macht der Dichter Matthias Claudius den Ort Wandsbek durch die von ihm gestaltete Zeitung „Der Wandsbeker Bote“ deutschlandweit berühmt. Auch heute noch ist „Der Wandsbeker Bote“ (damals „eine Zeitschrift zur religiösen Erbauung und Aufklärung der einfachen Leute“) ein wahres Füllhorn für den Bezirk. Das kommende Jahr 2015 ist das „Claudius-Jahr“: Am 21. Januar wird der 200. Todestag und am 15. August der 275. Geburtstag des Dichters gefeiert. Seine Gedichte (u. a. „Das Abendlied“ oder „Der Tod und das Mädchen“) sowie seine besinnlichen Texte ( u. a. „An meinen Sohn Johannes 1799“) sind heute noch großes Kulturgut. Mit den Feiern zu seinem Todestag und zu seinem Geburtstag soll der Dichter 200 Jahre nach seinem Tod erneut dazu beitragen, Wandsbek bekannter zu machen. Claudius-Freunde aus aller Welt sollen durch die Veranstaltungen in den Bezirk gelockt werden.
Wie gilt es, einen so bedeutenden Dichter in seinem Jubiläumsjahr zu ehren und zu feiern? Unter dem Motto „Ideenforum für das Claudiusjahr“ hatten sich kürzlich rund 40 kulturell aktive und interessierte Wandsbeker im Kulturschloss zusammengefunden. Dabei wurden zahlreiche Anregungen für das Claudius-Jahr „geboren“.
Geladen zu dem „Ideenforum“ hatten Rainer Schünemann, Kulturschloss-Vorsitzender sowie stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Bezirk Wandsbek, der Geschichtsforscher Michael Pommerening und Richard Hölck, Pastor an der Christuskirche in Wandsbek. Bei der Zusammenkunft stellte sich heraus: Vieles ist schon auf einem guten Weg. Allen voran setzt sich die Gemeinde der Christuskirche für Matthias Claudius ein. Sie hat die Neugestaltung des historischen Friedhofs in Auftrag gegeben. Über 110.000 Euro wird die Verschönerungskur für den Friedhof kosten. Im Rahmen der Erneuerung soll auch eine Zusammenführung der Gräber von dem Ehepaar Rebekka und Matthias Claudius mit ihrer Tochter Christiane erfolgen. Die geliebte Tochter war im Alter von 21 Jahren an Typhus gestorben. Claudius wollte immer, dass sie im Familiengrab beigesetzt wird.

Bundespräsident soll eingeladen werden

Eine Skulptur des bekannten Bildhauers Waldemar Otto aus Worpswede zum berühmten „Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen...“) wird noch in diesem Jahr fertig und soll am Rande des Areals der Christuskirche aufgestellt werden. Sie soll dort stehen, wo sich jetzt der Wandsbekstein befindet. Für den Stein muss dann ein anderer Standort gefunden werden. Geplant ist, dass das Claudiusjahr Anfang Januar 2015 während eines Gottesdienstes in der Christuskirche ausgerufen wird. Zu einem großen Fest im Verlaufe des Jahres soll Bundespräsident Joachim Gauck eingeladen werden.

Volles Programm

Zahlreiche Lesungen an verschiedenen Orten im Bezirk (zum Beispiel im Wandsbeker Gehölz vor dem Claudius-Gedenkstein) werden vorbereitet. Die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Jenfeld bietet den Saal ihrer Bibliothek für Veranstaltungen an. Die Musiker des „Musikfestes Wandsbek“ wollen Liederabende veranstalten und dazu neue Kompositionen zu Claudius-Gedichten vorstellen. Über 2000 Vertonungen von Liedern des Dichters gibt es bereits. Mehrere Ausstellungen wird es geben, unter anderem eine große Ausstellung im Wandsbeker Quarree.
Gedacht ist auch daran, einen Poetry-Slam (Dichterwettstreit) zu veranstalten und dafür einen Claudius-Preis auszuschreiben. Das Matthias-Claudius-Gymnasium plant eine „aktuelle“ Ausgabe des „Wandsbeker Boten“.
Auch außerhalb des Bezirks soll im kommenden Jahr Claudius gefeiert werden. So werden im Logen-Saal mehrere Veranstaltungen zu Ehren von Claudius stattfinden. Der Dichter wurde 1774 Mitglied der Loge „Zu den drei Rosen“. Die Claudius-Gesellschaft mit Sitz in der Witthöfftstraße in Wandsbek hat im Literaturhaus schon einen Termin fest verbucht. Die bekannte Lyrikerin und Rezitatorin Nora Gomringer wird dort am 27. Januar 2015 einen Claudius-Abend gestalten. Das alles ist nur ein kleiner Auszug der vielen Claudius-Aktivitäten, die es 2015 geben wird. (je)
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