Im Dezember bezugsfertig

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Axel Kukuck zeigt mit einem Metermaß auf, dass die Randsteine an der Wilsonstraße abgesenkt werden müssen Foto: hbz

Inklusionsprojekt ist barrierefrei. Doch „vor der Tür“ gibt’s noch Probleme

Von Hubert Bätz
Jenfeld
Die Arbeiten für das Wohngebäude an der Wilsonstraße 57 gehen voran. 71 öffentlich geförderte Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung enstehen in dem viergeschossigen Rotklinkerbau auf dem Neubaugebiet Jenfelder Au. Das Inklusionsprojekt wird von der Hamburger Blindenstiftung, dem Hamburger Lebenshilfe-Werk und dem Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG errichtet. Der erste Bauabschnitt soll Ende des Jahres bezugsfertig sein. Zu den ersten Bewohnern werden sehbehinderte und blinde Menschen gehören. Die Hamburger Blindenstiftung vermietet 19 Ein- und Zweizimmerwohnungen. Während die Wohnungen und die weiteren 22 Appartements für Menschen mit geistiger Behinderung barrierefrei sind, sieht es auf dem Gehweg vor dem Neubau nicht gut aus. Bei einer Begehung stellten die Bezirkspolitiker aus Wandsbek erhebliche Mängel an den Zuwegen an der Wilsonstraße in Richtung Kühnstraße fest.
Daher beschloss man mit einem Antrag im Wandsbeker Kernausschuss, der über die Wandsbeker Bezirksversammlung noch verstärkt werden soll, die Wandsbeker Bezirksverwaltung anzutreiben, dass diese Mängel bald zu beseitigen und besonders die Wilsonstraße, wo es noch viele Hindernisse gibt, so zu gestalten, dass diese Menschen, die besonders auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, nahegelegene Bushaltestellen ohne Probleme erreichen. Dazu meint Axel Kukuk, der Vertreter der CDU im Ausschuss: „Der Weg dorthin sollte möglichst ohne Barrieren sein. Denn die neuen Bewohner werden es wahrscheinlich nicht leicht haben sich aufgrund ihres Handicaps sofort an ihre neue Umgebung zu gewöhnen, daher möchten wir ihnen ihre Alltagswege so leicht wie möglich gestalten.“
Ingo Freund (SPD, Initiator des von allen Parteien beschlossenen Antrages fügt hinzu: „Es mangelt an der Straßenbeleuchtung, die Gehwege sind zum Teil durch Bewuchs schlecht begehbar und auch Bordsteine sind hier an den Einmündungsbereichen der Strassen nicht abgesenkt.“

Mängel beheben, Mauer entfernen


Ferner steht noch eine Mauer als Relikt des Einganges der ehemaligen Kaserne den Menschen quasi im Weg. Freund weiter: „Vor diesem Hintergrund haben wir nun beantragt, die Bordsteine an den Einmündungsbereichen der Wilsonstraße abzusenken, die schlecht begehbaren Wegstrecken herzurichten und mit einem Leitsystem für Sehbehinderte zu versehen, sowie die fehlende Straßenbeleuchtung in der Wilsonstraße auf den letzten 50 Metern zur Kuehnstraße hin zu installieren, sowie zu prüfen, ob die Mauer am ehemaligen Eingang zum Kasernengelände entfernt werden kann.“ Oliver Döscher, der Vertreter der Grünen sah ebenso wie Kukuck (CDU) kein Problem darin diesem Antrag zuzustimmen: „ Wir Grünen freuen uns, dass unser Koalitionspartner SPD die Initiative von BürgerInnen aufgenommen hat, den öffentlichen Weg zum Neubau der Blindenstiftung von Barrieren zu befreien. Gerade dort, wo neues, barrierefreies Wohnen ensteht, müssen BewohnerInnen und BesucherInnen ohne Barrieren auf öffentlichem Grund diese Wohnungen erreichen können. Wir Grüne wünschen uns eine Welt, in der alle Menschen gleichberechtigt und befähigt an der Gesellschaft teilhaben können. Dies ist ein langer, arbeitsreicher Weg, der mit vielen Schritten gegangen werden muß. Hierfür sind auch kleine Schritte wie dieser Antrag und seine baldige Umsetzung wichtig.“
Wann dies umgesetzt wird, war allerdings von der Verwaltung nicht zu erfahren, allerdings wird sich der Druck sicherlich noch erhöhen, wenn auch die Wandsbeker Bezirksverwaltung den Antrag des Wandsbeker Kernausschusses aufgreifen sollte. In dem Neubau auf der Jenfelder Au sind auch 30 Wohnungen für nichtbehinderte Menschen vorgesehen. Die Miete soll dank öffentlicher Förderung niedrig sein. Insgesamt entsteht Wohnraum für 140 Menschen.
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