Im Kleingarten wächst auch die Liebe...

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Margareta und Werner Reincke haben sich vor über 60 Jahren im Kleingarten kennen- und lieben gelernt

100 Jahre Laubengarten-Verein Tilsiter Straße: Beim Ehepaar Reincke funkte es vor 60 Jahren überm Gartenzaun

Wandsbek. Schreber, Kleingärtner, Laubenpieper: die Liste der Namen für die Besitzer der 32 Parzellen im 100 Jahre alten Laubengarten-Verein an der Tilsiter Straße ist lang. Allen gemeinsam ist die Leidenschaft für ihr Stück gepachtetes Land samt Holzhaus, mitten in der Stadt. Hier wächst nicht nur Gemeinschaft, sondern sogar die Liebe: So lernte sich das Ehepaar Margareta und Werner Reincke vor 60 Jahren kennen, es funkte überm Gartenzaun...
Vereinsvorsitzender Harald Haak, verbringt seit 26 Jahren die Sommertage im Garten. Zu tun ist auf den Parzellen, die von 47 Mitgliedern umsorgt werden, immer etwas. Unkraut jäten, zwei Mal im Jahr Hecke schneiden, Gemüse ernten und auch mal mit Nachbarn ein Bier trinken. „Manch einer mag die Regeln im Schrebergarten für spießig halten“ vermutet Harald Haak, doch überall da, wo Menschen einem gemeinsamen Hobby nachgehen und sich in einem Verein organisieren, „da gibt es auch Regeln, an die man sich alten muss.“. Wenn es um Vorschriften geht, dann gibt es die Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr, die Pflicht, den Garten auch optisch gepflegt für die Besucher zu präsentieren und die Regelung der Dreiteilung, erklärt Harald Haak, der von einigen Mitgliedern auch scherzhaft als „Bürgermeister“ betitelt wird. Ein Drittel Gemüse, eines für Blumen und der Rest zum Leben. Dabei geht es um den Gesamteindruck der Anlage, wissen die Mitglieder. Hat der Nachbar ein paar Tomaten-
pflanzen zu viel, dann gleicht der andere das Bild durch einen Busch großer Dahlien wieder aus. So pedantisch sei dort niemand. Doch nicht nur wunderschöne Blumenbeete, schicke Lauben und frische Erbsenschoten zieren das Gelände des Vereins von 1913, der jetzt sein großes Jubiläum gefeiert hat. Auch die Geschichten, die hier in den vergangenen hundert Jahren entstanden sind, werden immer wieder gern erzählt. So hat sich das Ehepaar Reincke vor über 60 Jahren in der Laubenkolonie kennengelernt. Sie lebten die beiden 20 Jahre lang auf der Parzelle. „Wohnungen gab es damals ja kaum und da haben viele hier eine Unterkunft gefunden“, so Margareta, die ihrem Mann erst einmal das Schrebern beibringen musste. Wie die meisten der Mitglieder wohnen auch die Reinckes heute in der Nähe ihrer Laube in einer Wohnung mit Balkon und freuen sich auf jeden Ausflug in die grüne Oase.


„Manch einer mag die
Regeln im Schrebergarten
für spießig halten.“
Harald Haak


Bis heute bewirtschaften sie alle Flächen noch ganz nach Vorschrift. Neben den alteingesessenen seien auch schon ein paar jüngere Familien nachgerückt, die mit ihren Kindern gern Zeit in der Natur verbringen wollen, erklärt Harald Haak die Entwicklung des Vereins. (kg)
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