In Barsbüttel formiert sich Protest

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Das Ehepaar Schleef und ein Nachbar waren Zeugen der plötzlichen Abholzaktion auf dem Grundstück An der BarsbekFoto: güb

Asylcontainer statt Bäume: Anwohner schreiben Landrat

Barsbüttel. „Die Gemeinde Barsbüttel nimmt den Bürgern den Raum für Erholung und das gemeinsame Miteinander, nur um kurzfristig Geld zu generieren. Aus diesem Grund haben wir uns am 2. März zu einer Vereinsgründung zur Erhaltung von Wohn- und Lebensqualität in Barsbüttel entschlossen. Die Anwohnervereinigung An der Barsbek wird um die Interessen der Barsbütteler kämpfen“, betont Vereinsvorstand Anja Schleef offensiv.
Auslösender Moment des Protestes war der Start der Abholzaktion auf dem Brachgelände An der Barsbek. Die Gemeinde plant dort die Bebauung des Grundstücks. Auf rund 800 Quadratmetern sollen zwölf Container für Asylflüchtlinge Platz finden. „Bis 2011 galt dieses Grundstück noch als unbebaubar. Wir Anwohner sind uns der Aufnahmepflicht der Gemeinden bewusst. Mehr noch: Wir begrüßen den Aufnahmewillen, insbesondere für Kriegsflüchtlinge“, erklärte Anja Schleef. Besonders empört sind die Anwohner darüber, dass die Gemeinde die Herrichtung des Grundstückes im Geheimen betrieben habe. „Wir mussten mit der Abholzung von Büschen und Bäumen schnellstens beginnen, denn die Naturschutzbestimmungen schreiben vor, dass nur bis zum 15. März Büsche und Bäume gefällt werden durften. Uns lief die Zeit davon. Deshalb haben wir uns kurzfristig für den Einsatz von Fälltrupps entschieden“, sagt Bürgermeister Thomas Schreitmüller. Er weist darauf hin, dass erst nur ein Doppelcontainer aufgestellt wird. „Wir warten ab, wie sich der Flüchtlingsstrom nach Deutschland entwickelt“, fügte er hinzu.
„Wie soll aus solchem Handel Vertrauen wachsen“, meint Anja Schleef zur Informationspolitik der Gemeinde. Die Anwohner kritisieren Barsbüttels Bürgermeister besonders dafür, dass er auf so einem kleinen Grundstück so viele Menschen in 12 Containern unterbringen will. Eine Containerdorf-Lösung stellt nach Meinung der Anwohner nicht nur eine Unzumutbarkeit für die Flüchtlinge, sondern auch für die Anwohner des unmittelbar angrenzenden Wohngebietes dar.
Die Anwohnervereinigung „An der Barsbek“ hat einen Brief an Landrat Klaus Plöger geschrieben. In diesem fordert die Initiative den Landrat auf, sich für die Interessen der Barsbütteler einzusetzen und den Dialog zwischen Anwohnervereinigung und Gemeinde zu unterstützen. Die Anwohner hoffen auf eine baldige Antwort. (güb)
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3 Kommentare
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Sanja Weichert aus Barsbüttel | 18.03.2014 | 16:22  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 19.03.2014 | 10:17  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 19.03.2014 | 10:19  
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