In Emmaus wird die Kraft der Sonne genutzt

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Die Kirche präsentiert sich modern
 
Pastorin Katharina Davis fühlt sich wohl in der Emmaus-Gemeinde

Hinschenfelde hat als einzige Kirchengemeinde Wandsbeks eine Solaranlage. 2015 wird großes Gemeindejubiläum gefeiert

Von Christa Möller
Hinschenfelde. Ehrenamtliches Engagement ist für Werner Wieprecht kein Fremdwort – und wo dieser Einsatz erfolgen sollte, war auch keine Frage für ihn: Selbstverständlich in „seiner“ Emmauskirche. Hier war er von 1965 bis 1975 als Jugendarbeiter und Kirchenmusiker tätig und im Kirchenkreis für die Öffentlichkeits- und Erwachsenenarbeit. Heute engagiert er sich als Lektor und leitet den Männergesprächskreis.
Vorläufer der kleinen Kirche ist die 1893 eingeweihte Hinschenfelder Kirche, die bis 1904 zum Kirchspiel Altrahlstedt in der Provinz Stormarn gehörte. 1910 folgte die Einweihung der Kreuzkirche. 1965 wurde neben dem Hinschenfelder Friedhof an der Walddörferstraße 369 die
Emmauskirche gebaut. „Beim Kirchentag 1953 in Hamburg war die Idee entstanden. Wir sind quasi die Tochter der Kreuzkirche“, erläutert Werner Wieprecht. Die Emmauskirche ist ein so genannter Zeltbau, denn „die Gemeinde Gottes ist auf der Wanderschaft“. Gleich am Kircheneingang steht das Taufbecken, eine alte Symbolik bei der Gestaltung von Kirchen, denn die Taufe markiert für jeden Menschen den persönlichen Eintritt in die Kirche. Auf den Bänken ist Platz für 280 Kirchenbesucher. „Ein besonderes Schmuckstück der Kirche ist das Fenster von Doris Kümmell – es soll Jesus mit zwei Jüngern auf der Wanderschaft nach Emmaus darstellen“, erklärt Wieprecht.
Dominierten bei Gemeindegründung junge Familien besonders aus der Wohnsiedlung Am hohen Hause, leben jetzt überwiegend ältere Menschen in der Umgebung. Nur neun Konfirmanden aus dem Wohngebiet meldeten sich vergangenes Jahr zum Unterricht an. Ihre Konfirmandenfreizeit machen sie gemeinsam mit Konfirmanden aus den drei anderen Gemeinden der Region Wandsbek Nord-Ost (Kreuzkirche, Tonndorf und Sankt Stephan) am Brahmsee. Unterstützung anderer ist der Gemeinde wichtig, so fließt ein Teil der Einnahmen aus dem jährlichen Basar zur Unterstützung von AIDS-Waisen nach Äthiopien.
Schon 1983 hatten die Gemeindemitglieder aufgrund sinkender Kirchensteuererträge Angst vor einer Fusion. Damals hat Wieprecht deshalb den Förderkreis mitgegründet, dem heute 67 Mitglieder angehören. Er hat lange Jahre mit seiner Familie einen Teil des Gemeindehauses bewohnt, das rechtzeitig zum 50-jährigen Bestehen der Kirche im Jahr 2015 renoviert werden soll. Schon jetzt gibt sich das Gemeindehaus zeitgemäß: Auf dem Dach wurden 2008 zahlreiche Solarzellen installiert, die eifrig Strom ins Netz speisen. Die Anschaffung der einzigen Solaranlage einer Kirche in Wandsbek wird sich in drei Jahren amortisiert haben.
Wieprechts Ehefrau Rosemarie engagiert sich ebenfalls für die Gemeinde, sie ist beim Frauenkreis und als Lektorin tätig. Sohn Martin ist stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderates, Schwiegertochter Karen ist Sprecherin der Ehrenamtlichen.
Für Kinder ab eineinhalb Jahren gibt es die „Kinderstube“. Als Gastgeber betätigt sich die Gemeinde unter anderem für Treffen der Anonymen Alkoholiker und einer Gymnastikgruppe, die hier schon seit 1966 turnt.
Die besondere familiäre Atmosphäre der Kirchengemeinde schätzt auch Katharina Davis, seit drei Jahren Pastorin hier: „Es ist eine sehr nette Gemeinschaft von Leuten, die teilweise schon Jahrelang hier tätig sind.“ Katharina Davis ist in Hamburg geboren, hat in Hamburg, Münster, Schottland und Tübingen studiert und dann sechs Monate lang an einem Stipendienprogramm der Kirche in Tanzania und Kenia teilgenommen. In dieser Zeit hat die Pastorin, deren Doktorarbeit über die Pfingstbewegung in Arusha, Tansania, demnächst veröffentlicht wird, auch Kisuaheli gelernt. Ihr Ehemann, der Pastor Siaquiyah Davis aus Liberia, hat eine Forschungsstelle der Uni Rostock inne und untersucht drei afrikanische Gemeinden in Hamburg. Das Ehepaar lebt mit seinen fünfzehn Monate alten Zwillingsjungen in
Hinschenfelde.

Emmaus ist ein im Lukasevangelium erwähnter Ort in der Nähe von Jerusalem, aus dem Kleopas, ein Jünger Jesu, stammte. Emmaus bedeutet ‚warme Quelle‘ und war ein vergleichsweise häufiger Ortsname oder Namenszusatz.
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