Jürgen Schütt´s letzte Fahrt

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Jürgen Schütt freut sich, Ende 2012 konnte der Schwerbehinderte endlich in Rente gehen. Aber vorher hieß es im Blomeweg Abschied nehmen.Foto: Bätz

Oldenfelder verabschiedeten „ihren“ Briefträger

Oldenfelde. „Alles Gute für Jürgen Schütt“, stand auf dem großen Pappschild am Garagentor, Blomeweg 3 kurz vor Silvester. Der Tag war trocken und kalt, aber dem Rahlstedter Briefträger Jürgen Schütt wurde es warm angesichts einer solchen Begrüßung – sie bedeutete nämlich die letzte Ausfahrt und Auslieferung von Briefen in seinem Zustellbezirk Oldenfelde und damit den Start in die Rente. Für diesen Tag hatte ihm seine Kollegin Kirsten Warning sein motorisiertes gelbes Dienstfahrrad mit vielen Luftballons und einem Schild „Letzte Fahrt“ geschmückt . Das gefiel den rund 25 Anwohnern, die schon länger gemeinsam vor der Garage mit Punsch und von allen unterschriebener Urkunde auf „ihren Postboten“ warteten. Gert Haushalter vom Bürgerverein Oldenfelde hatte den Abschied organisiert. Er überreichte ihm eine selbst gefertigte und von den Anwohnern unterzeichnete Urkunde mit Dankesbrief und eine Flasche Rum. Haushalter hatte nachgerechnet: „Du bist mindestens 15 Kilometer täglich dienstlich geradelt, das heißt, wenn unsere Rechnerei stimmt, hast du fünf Mal die Erde im Laufe deiner Jahre hier umrundet oder 262 Mal die Strecke Hamburg-München (775 km) per Rad zurück gelegt. Und das mit einem täglichen Postgut von circa 30 Kilogramm bei jedem Wetter.“ Jürgen Schütt war gerührt: Was mir immer hier in meinem Zustellbezirk gefiel, war dass es hier nicht so anonym war. Ich freue mich auf meine Rente, aber Euch werde ich trotzdem vermissen“. (hbz)
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