Kämpferinnen für Kinder und Obdachlose in Hamburg

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Kerstin Völkening (l.). bekam von Dr. Christine Posner (SPD) den Umwelt- und Sozialpreis Foto: je

Regionalausschuss zeichnet zwei verdiente Wandsbekerinnen mit dem Sozialpreis aus

Von Martin Jenssen
Hamburg. Sie kämpfte wie eine Löwin für die Kinder von Wandsbek. Und sie bekämpfte mit allen Mitteln die Geisterfahrer, die lange Zeit immer wieder verbotenerweise in falscher Richtung durch die Litzowstraße fuhren, und dadurch die Kinder auf ihrem Weg zur Schule in der Bandwirker Straße extrem gefährdeten. Für diesen Einsatz erhielt Kerstin Völkening jetzt den Sozialpreis 2013 des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek.
„Kerstin Völkening engagierte sich jahrelang für Kinder und Schulkinder im Bezirk. Durch ihren erfolgreichen Einsatz konnten Schulwege verkehrssicherer gemacht werden. Außerdem beteiligte sie sich an der Aktion zum Erhalt der Hamburger Polizei-Verkehrslehrer. An den Schulen setzte sie sich ein für die Beschaffungen neuer Sport- und Musikgeräte sowie für die Neugestaltung von Schulräumen“, hieß es in der Laudatio zur Verleihung des Preises durch Dr. Christine Posner, der Vorsitzenden des Ausschusses.
Ebenfalls mit dem Sozialpreis geehrt wurde Stanislawa J. Stadthoewer, die sich seit über 20 Jahren – und trotz ihres Alters von 90 Jahren – auch heute noch für die Wandsbeker Tafel engagiert. Christine Posner: „Stanislawa Stadthoewer arbeitet ehrenamtlich zweimal pro Woche morgens ab 6 Uhr in der Wandsbeker Tafel. Sie bereitet dort das Frühstück für die Bedürftigen. Auch steuert sie selbst eigene Backerzeugnisse bei, vor allem ihren beliebten Käsekuchen.“
Da die alte Dame erkrankt war, konnte sie die Auszeichnung während der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek nicht persönlich entgegennehmen. Die Preisträgerinnen erhalten eine Urkunde und 200 Euro, jeweils die Hälfte des mit 400 Euro dotierten Preises.
„So eine Auszeichnung macht hoffentlich auch anderen Menschen Mut, sich sozial zu engagieren“, erklärte Kerstin Völkening in ihrer Dankesrede. Sie selbst freute sich sichtlich über den Sozialpreis.
Vom Fenster ihres Kosmetiksalons in der Litzowstraße sah sie früher täglich, wie gefährlich es für die Kinder war, heil über die Straße zu kommen. Das lag bei Beginn ihres Engagements im Jahre 1996 vor allem an den Geisterfahren, die ihren Fahrweg abkürzen wollten und verbotener weise durch die Litzowstraße fuhren. Die Preisträgerin: „Ich habe einmal 106 Geisterfahrer in einer Stunde gezählt!“  
Sie organisierte Demonstrationen und Sammelaktionen für eine Fußgängerampel an der Litzowstraße. Als sich schließlich auch noch die Aktion „Ein Herz für Kinder” beteiligte, war genug Geld vorhanden, um die rund 75.000 Euro teure Ampel zu errichten. Kerstin Völkening stolz: „Seitdem die Ampel steht, ist dort kein Kind mehr verunglückt.” Sich vor Ort einzusetzen, lohnt sich also.
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