Kampf um Hamburger Berner Au

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Matthias Dickmann, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Überschwemmungsgebiet Berner Au“ spricht in der Bezirksversammlung Foto: rg

Kritik am Vorgehen der Behörde in Bezirksversammlung

Von Rainer Glitz
Hamburg. Der Ärger der Grundeigentümer am Lauf der Berner Au hat die Bezirksversammlung erreicht. Ein gutes Dutzend Anwohner aus Sasel und Farmsen-Berne saßen bei der letzten Sitzung im Publikum, „Kein ÜSG Berner Au“ prangte auf ihren weißen T-Shirts. Auch über das Saalmikro brachten sie ihr Anliegen zum Ausdruck: Sie wollen ein Überschwemmungsgebiet verhindern, fürchten um den Wert ihrer Grundstücke. Eine Überflutung in Sasel oder Farmsen-Berne habe es noch nie gegeben, allenfalls Probleme wegen mangelnder Wartung von Gräben und Rückhaltebecken. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt habe schlecht oder gar nicht über das Vorhaben informiert.
Die Behörde hat inzwischen auf den Druck reagiert. Die Frist für Stellungnahmen wurde bis Ende Oktober verlängert. Unter der Telefonnummer 040/42840-2657 können sich Betroffene informieren. „Auch wir sind nicht ganz glücklich mit dem Vorgehen der Umweltbehörde“, sagte Marc Buttler (SPD). Hier gebe es einen Eingriff in Eigentümerrechte, viele Fragen seien offen. Etwa, warum das Überschwemmungsgebiet der Berner Au so groß ausgelegt sei und ob nicht eine intelligente technische Lösung möglich sei. „Was die BSU gemacht hat, ist eine Frechheit“, schimpfte Sören Niehaus von der CDU. Er verstehe den Protest der Bürger, die nicht rechtzeitig beteiligt worden seien.

In Schutz investieren

„Wir brauchen Investitionen in den Hochwasserschutz durch die Stadt, keine Teilenteignung von Grundstücken und Immobilien“, so Niehaus. Auch die Grünen schlossen sich der Kritik an der Behörde an. Karin Jung riet den Anwohnern, weiter Vorschläge zur Minimierung des Hochwasserrisikos zu machen. Zwei Anträge zum Thema Überschwemmungsgebiete nahm die Bezirksversammlung an. Einmal soll es eine Informationsveranstaltung für die Betroffenen im Bürgersaal Wandsbek geben. Eingeladen werden sollen Vertreter der Umweltbehörde, des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer und des Hamburger Grundeigentümerverbandes. Die Behördenvertreter sollen Alternativen vorstellen, etwa Ersatzflächen oder Maßnahmen zur Regulierung der Fließgeschwindigkeit der Berner Au.
Im zweiten Antrag geht es um das Bauverbot, das in Überschwemmungsgebieten gilt. Prinzipiell sollen Ersatzneubauten, etwa nach einem Brand, genehmigt werden. Die Anwohner aus Sasel und Farmsen-Berne kündigten an, ihre Proteste fortzusetzen.
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