„Klammheimlicher Abriss“

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Der Trampelpfad zeigt's: die kleine Staustufe am Bramfelder See wird offensichtlich als Ersatzüberweg benutzt. Sie ist für alte und behinderte Menschen allerdings nicht geeignet Foto: tel

Brücke am See: Legt Bezirksamt der Privatinitiative Steine in den Weg?

Von Michael Hertel
Bramfeld/Steilshoop
Die Posse um die ehemalige Fußgängerbrücke am Bramfelder See geht in die nächste Runde. Nach der Sperrung des schadhaften Überwegs über einen Ausläufer des Sees – zwischenzeitlich wurden die Brückenaufbauten entfernt – bemühten sich alle in der Bezirksversammlung vertretenen Parteien um Lösungsmöglichkeiten für einen Ersatzbau. Eine Variante dabei sollte die private Finanzierung einer neuen Brücke sein. Dafür machte sich unter anderem Anwohner Manfred Maibaum (75) stark, holte einen Kostenvoranschlag ein und sprach bereits mit potenziellen Förderern. Doch nun fühlt sich Maibaum von den Behörden hinters Licht geführt. Denn inzwischen wurde nach der Brücke auch das offenbar noch völlig intakte Betonfundament entfernt. Die Idee Maibaums, gelernter Feinmechaniker und ehemaliger Besitzer eines Unternehmens für Betonfertigteile im Ruhestand: Ein privater Förderverein soll die Finanzierung der bei Spaziergängern beliebten Brücke übernehmen. Quasi als Vorleistung ließ er schon im November von einem Zimmereibetrieb nach einer Begutachtung vor Ort die Kosten schätzen. Maibaum: „Der von mir konsultierte Handwerker erklärte mir, die Brückenfundamente könnten problemlos für den Neubau weiter verwendet werden.“ Geschätzte Kosten: 40.000 Euro. Daraufhin fragte der CDU-Bezirksabgeordnete Sandro Kappe, Vorsitzender des Stadtteilbeirats Appelhoff, beim Bezirksamt an, ob – und wenn ja: mit welchen Konditionen – eine private Finanzierung möglich sei. Und das Bezirksamt gab in einer Drucksache vom 15. Dezember grünes Licht für den privaten Brückenbau. Inzwischen aber war das Brückenfundament entfernt worden. Maibaum zum Wochenblatt: „Damit hat sich der Kostenvoranschlag erledigt, denn die Sache wird nun viel teurer.“ Maibaum, aufs Höchste verärgert, spricht von einer „klammheimlichen“ Entfernung des Fundaments. Kappe geht noch einen Schritt weiter: „Man könnte fast annehmen, dass das Bezirksamt nach Eingang meiner Anfrage die von der Wirtschaftsbehörde empfohlene Maßnahme zeitnah durchgeführt hat, um einem möglichen Förderverein Steine in den Weg zu legen.“
Wer nun letztlich für den Abbruch der Brückenfundamente verantwortlich ist, und warum dieser gerade jetzt erfolgte, konnte noch nicht geklärt werden. Auf entsprechende Anfragen an Senatswirtschaftsbehörde und Bezirksamt erhielt das Wochenblatt bislang keine klärenden Antworten.
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1 Kommentar
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Thea Bangen aus Dulsberg | 12.01.2016 | 16:17  
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