Krabbenpul-Weltmeisterin

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Heidi Hengst aus Marienthal ist die Siegerin der ersten Krabbenpul-Weltmeisterschaft. Foto: Netzow

Marienthalerin gewinnt in der Fischauktionshalle

Von Kirsten Netzow
Marienthal. Flinke Finger, starke Nerven und einen eigenen ‚Fanclub’, der sie lautstark anfeuerte – derart gut ausgestattet ging es für Heidi Hengst am vergangenen Maifeiertag aufs Siegertreppchen. Die Marienthalerin gewann in der Fischauktionshalle den ersten Platz der ersten Weltmeisterschaft im Krabbenpulen. Im Hamburger Abendblatt las sie von diesem ungewöhnlichen Wettbewerb und bewarb sich prompt. „Das war ein richtiges Event, es herrschte eine tolle Atmosphäre“, schwärmt Heidi Hengst und zeigt stolz ihren Teilnehmerpass. Circa 300 Zuschauer verfolgten auf einer großen Leinwand das Spektakel und feuerten die Kandidaten an. Über mehrere Runden erstreckte sich der spannende Kampf, an dem insgesamt 32 Teilnehmer aus Hamburg und Umgebung teilnahmen. Initiatoren der WM waren Küstennebel und der Veranstaltungsservice Jens Stacklies.
Schon in der Zwischenrunde sah es für die gebürtige Büsumerin vielversprechend aus, denn da hatte sie bereits 190 Gramm erpult. Die 64-jährige Hausfrau erhielt tatkräftige Unterstützung von ihrem Mann, den Kindern, Enkeln und Freunden. „Das war sehr emotional“, sagt sie, „meine Familie hat immer gerufen, ‚Bleib ruhig, Du schaffst das schon!’“ Eine besondere Überraschung war das Wiedersehen mit einer alten Büsumer Freundin, die extra zum Anfeuern angereist war. Den Sieg holte Hengst sich schlussendlich mit 200 Gramm Krabbenfleisch, das sie in der Endrunde in nur 15 Minuten erpulte. Damit setzte sie sich gegen den zweiten Gewinner, einen Ostfriesen durch, der nur 10 Gramm weniger schaffte. Trotz aller Spannung blieb Hengst ganz gelassen, nahm sich sogar die Zeit, zwischendurch immer mal wieder von den gepulten Köstlichkeiten zu naschen. „Die letzten Sekunden waren anstrengend. Es war toll, als der Druck am Ende abfiel“, gibt die Rentnerin in spe zu. Die Menge des gepulten Fleisches variiere je nach Garungsgrad der Krabben, je weicher diese seien, desto leichter ginge es, erklärt Hengst. Als Kind lernte sie das Krabbenpulen von ihrer Großmutter. Schon damals pulte sie gelegentlich mit ihren Geschwistern um die Wette und um ein ‚Preisgeld’ von 50 Pfennig.
Eine gefragte
Weltmeisterin

Als Lohn für ihre Mühen erhielt die Gewinnerin einen überdimensionalen gläsernen Pokal, eine Siegerurkunde sowie ein Gutschein für vier Personen für ein Abendessen nach Wahl. Nicht nur die regionalen Medien berichteten anschließend über den Sieg der seit fast 30 Jahre in Hamburg lebenden Büsumerin. Sogar die Süddeutsche Zeitung druckte ein Interview mit ihr ab.
Was jetzt noch fehlen würde, wäre ein Besuch in der NDR-Talkshow, gibt die Gewinnerin lächelnd zu. Natürlich denkt Heidi Hengst auch schon an die nächste WM, die 2013 stattfinden soll. „Ich muss doch unbedingt meinen Titel verteidigen“, sagt sie selbstbewusst. (kin)
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