Kriegskasse für Lärmschutz gegen Güterverkehr

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Der Vorstand des neuen Vereins „Lärm- und Umweltschutz Wandsbek-Marienthal“ Foto: rg

Anwohner in Wandsbek und Marientahl der Bahnstrecke nach Lübeck organisieren sich gegen Belastung

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Jeder Stuhl im Gemeindesaal der Christuskirche ist besetzt, auch Tische werden genutzt, viele stehen. Mehr als 80 Anwohner aus Wandsbek und Marienthal sind gekommen, alle sind Anlieger der Bahnstrecke, die ausgebaut werden soll, oder wohnen zumindest in Hörweite. Allen gemeinsam ist ein Ziel: Eine sozial- und umweltverträgliche Planung der S-Bahnlinie 4 und der Erweiterungen für den Güterverkehr. Nach mehreren Anwohnertreffen wurde gerade ein Verein gegründet: „Lärm- und Umweltschutz Wandsbek-Marienthal“ (das Wochenblatt berichtete). Arnold Harmsen ist erster Vorsitzender und erläutert die Ziele und das geplante weitere Vorgehen. „Nach dem derzeitigen Stand der Planung wird es massive Eingriffe geben, auch für wertvolle Biotope“, erklärt er. 

Güterverkehr und Lärm begrenzen

Ziel des Vereins sei es, den Güterverkehr in Anzahl der Züge und bei der Geschwindigkeit so weit zu begrenzen, dass es mit vertretbaren Schallschutzmaßnahmen möglich wird, die gesetzlichen Grenzwerte beim Lärmschutz einzuhalten. Auf ein zweites Gütergleis im Bereich Hammer Straße soll verzichtet werden. Es sollen möglichst wenig private wie öffentliche Fläche beansprucht werden. Die bestehende Haltestelle Wandsbek will der Verein erhalten und die beiden neuen Haltestellen Claudiusstraße/Schloßgarten sowie Bovestraße nicht errichten. „Wenn wir hier Erfolg haben, hat das auch einen Einfluss auf die weitere Strecke“, sagt Harmsen.

Einspruch bis 25. August einlegen

Noch bis zum 25. August kann man schriftlich Einspruch gegen die vorgelegte Planung erheben. Nur wer seine Einwendung rechtzeitig abschickt, wird zu einer Erörterung eingeladen und kann später klagen, erfahren die Anwohner. Deshalb sollen sie möglichst viele Schreiben mit unterschiedlichen Aspekten formulieren, der Verein leiste dabei Argumentationshilfe. „Wir wollen die Interessen aller Betroffenen bündeln, sie anwaltlich unterstützen und die Verhandlungen mit Stadt und Bahn führen“, erläutert Arnold Harmsen. Man wolle nicht unbedingt klagen, sondern eine vernünftige Lösung finden. Auch die Bahn habe daran ein Interesse.

Vereinseintritt für 200 oder 1000 Euro

Der „Eintritt“ für den Verein beträgt 200 Euro pro Haushalt. Wer von Enteignung bedroht ist, zahlt 1.000 Euro – hat aber auch mehr Rechte im Planfeststellungsverfahren. So soll eine „Kriegskasse“ zusammenkommen, um die von Enteignung Betroffenen zu unterstützen. Aber auch die Anderen hätten etwas davon. „Der Lärmschutz soll später besser sein als jetzt, es gibt vielfach Überschreitungen der Grenzwerte“, so der Vereinsvorsitzende.

Lesen Sie auch: Anwohner fürchten Lärmbelastung

Weitere Infos gibt es per Mail bei a.harmsen@plenuming.de
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