Kriegskinder – Die vergessene Generation

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Autorin Sabine Bode. Foto: Uli Regenscheidt
Wandsbek. Zum Älterwerden gehört die Erinnerung: Die Gedanken wandern zurück, oftmals zu den schweren Zeiten des Lebens. Krieg, Vertreibung, Bombennächte – was jahrzehntelang oft verdrängt war, kommt wieder an die Oberfläche. Die Journalistin Sabine Bode hat über Jahre Kriegskinder interviewt und die Gespräche in dem Buch „Die vergessene Generation. Kriegskinder brechen ihr Schweigen“ zusammengefasst. Im Rahmen der Ausstellung „alters.los“ im Kirchenkreisgebäude am Rockenhof 1 in Hamburg-Volksdorf findet am Montag, 23. April, um 19 Uhr eine Lesung mit der Autorin statt. Unter dem Motto „Alter geht uns alle an“ lädt die interaktive Ausstellung noch bis zum 16. Mai Teil alte wie junge Besucher ein, sich auf spielerische Weise dem Thema anzunähern. Die Stunde „Null“, Frieden, Wirtschaftswunder – nach dem Krieg sollte alles besser werden. Aber welchen Neuanfang hat es gegeben? Die Kinder der Nachkriegsjahre trugen die Schrecken von Fliegeralarm und Vertreibung, von Gefangenschaft und Hunger, von Zerstörung und Verletzbarkeit in sich. Manche sprachen über diese Erfahrungen, die meisten schwiegen. Das Leben sollte endlich gut sein, Kriegsbilder hatten darin keinen Platz. Doch auch das Unausgesprochene war präsent. Und so unterschiedlich der Umgang mit dem Erlebten war, so sehr hat es die Lebensmuster aller geprägt. Belastendes wurde – meist unbewusst und ungewollt – weitergegeben. Viele Menschen können bis heute eigenes Verhalten besser verstehen, wenn sie auf das Erlebte in der eigenen Familie zurückblicken. Denn auch die Erlebnisse der Eltern prägen das Leben der Kinder. Die Kölner Journalistin Sabine Bode hat in vielen Gesprächen, Spuren verschiedener Biografien gesammelt und Verhaltensmuster in Familiensystemen herausgearbeitet. Ihr Buch, das 2008 erschien, bezeichnet „Die Zeit“ als „ein wichtiges und notwendiges Element im Mosaik der deutschen Geistesverfassung.“ Denn die Autorin schildert nicht nur eindrucksvoll wie das Erleben der vom Krieg als Kinder traumatisierten Eltern die Generation der Nachkriegskinder geprägt hat. Sie zeigt auch auf, wie das Verstehen helfen kann, neue Wege im eigenen Leben und im Miteinander der Generationen zu beschreiten. (Kirsten Möller-Barbek/pi)

Montag, 23. April, um 19 Uhr eine Lesung mit Sabine Bode
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 25.04.2012 | 07:08  
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