Kurve im Leben kriegen

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Mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt der Tag im „come in“ Foto: rg

Sozialsenatorin Melanie Leonhard besucht Projekt „come in“ in Bramfeld

Bramfeld „Der Tag startet hier immer mit dem Frühstück“, erklärt Stefan Dükomy, Projektleiter des „come in“. Normalerweise beginnt es um 9 Uhr. Heute ist es im Frühstücksraum besonders voll, die 18- bis 25-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sitzen erwartungsvoll vor Brötchen, Aufschnitt und Nutella. Sie warten auf Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard, die sich über die Arbeit vor Ort ein Bild machen und mit den jungen Arbeitslosen ins Gespräch kommen will. Insgesamt 75 Teilnehmer gibt es im Moment in Bramfeld, alle haben einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss, suchen über Praktika oder einen Ausbildungsplatz den Einstieg in den Job, wollen die Kurve in ihrem Leben hinkriegen. Feste Ansprechpartner des „come in“ unterstützen sie dabei. Und das nach einem Wochenplan. Montags ist Behördentag, am Dienstag werden Seminare in Mathematik oder Deutsch angeboten. Mittwoch ist Einzelgesprächen vorbehalten, donnerstags steht Bewerbungstraining im Vordergrund und am Freitag geht es sportlich zu. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, und so gibt es denn auch ein Internationales Austauschprogramm mit Schweden, Frankreich und Polen. „Dort funktioniert Ausbildung oft ganz anders“, erläutert Stefan Dükomy. Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard besucht das Ausbildungsprojekt „come in“ in Bramfeld. Dabei erklärt sie Unterschiede auf dem europäischen Arbeitsmarkt. So werde Azubis in Skandinavien wenig gezahlt, sie bekämen aber die Unterbringung gestellt. „In Hamburg ist eher die Woh-ungssuche ein Riesenpro-blem“, weiß der Projektleiter. „Es kommen viele Bewerber aus dem Umland, viele mit teils guten Abschlüssen“, erklärt Sozialsenatorin Melanie Leonhard auf Nachfrage des 23-jährigen Kevin die Situation in Hamburg. Jugendliche ohne Abschluss bekämen sogar kaum noch Praktikumsplätze, erfährt die SPD-Politikerin. „Ihr müsst durchhalten, alte Probleme lösen. Dann kommt irgendwann der Traumberuf“, gibt sie den jungen Arbeitslosen mit auf den Weg. Genau das versucht gerade Florian. Er hat die Schule vor dem Abitur abgebrochen, ist zu Hause rausgeflogen und hat Schulden. „Ich will mein Abi nachmachen, BWL studieren und dann Manager im IT-Bereich werden“, sagt der 25-Jährige. Für die Unterstützung im Projekt „come in“ ist er dankbar: Allerdings gibt es die Hilfe zunächst immer nur für sechs Monate – zu kurz, finden viele in der Frühstücksrunde. (rg)
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