Leeres Kinderparadies

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Mitten im Park liegt der betreute Spielplatz am Ölmühlenweg. Der betreute Kinderspielplatz ist einer von mehr als 20 Plätzen der Aktion Kinderparadies in Hamburg Fotos: rg

Betreute Spielplätze kämpfen um Existenz, auch in Tonndorf

Von Rainer Glitz
Tonndorf. Es ist kurz vor halb zehn. Ute Szemeitzke schließt das Spielhaus auf, dann holt die Betreuerin Sandspielzeug, Laufräder und Bobby-Cars heraus. Das Spielzeug wird schon sehnsüchtig erwartet. Nach und nach kommen die Eltern in den abgezäunten Spielbereich im Park am Ölmühlenweg. Monika Bonke bringt ihre zweieinhalb Jahre alte Tochter Annabell regelmäßig in die Einrichtung der Aktion Kinderparadies. „Es ist eine tolle Möglichkeit zur Eingewöhnung für die Kleinsten, hier lernen sie, für eine kurze Zeit Abschied von den Eltern zu nehmen“, sagt die Tonndorferin. „Draußen toben, immer in der Natur, das kann ein normaler Kindergarten nicht bieten“, ist sie überzeugt. Die Gruppe in Tonndorf sei klein, und man könne nach Tagesform kommen oder eben nicht. Denn bezahlt wird pro angefangener Betreuungsstunde – die kostet 1 Euro 50. Aktion Kinderparadies ist ein kleiner Verein, den es seit 60 Jahren gibt, und der mehr als 20 betreute Spielplätze in ganz Hamburg betreibt. Sein Motto: Bewegung ist das Tor zum Leben.
Spielhaus mit Heizung und Toilette
„Die Bewegungseinschränkung der Kinder beginnt lange vor der Schule“, erklärt Geschäftsführerin Elisabeth Wierich. Statt Kinderzimmer und Fernseher sind deshalb toben, spielen und rennen angesagt. Bei jedem Wetter. „Für die Kinder ist es der tollste Tag, wenn sie richtig in die Pfützen springen können“, sagt die Diplomsozialpädagogin Wierich. Und wenn es wirklich zu kalt und zu nass wird, gibt es am Ölmühlenweg das Spielhaus. Mit Heizung, Toilette und Wickelraum und viel Platz zum Essen und Spielen. Das Angebot der Aktion Kinderparadies richtet sich an die Ein- bis Fünfjährigen. Und da liegt ein Problem. Durch die gesetzliche Neuregelung der Krippenplätze gebe es derzeit einen regelrechten Run auf die Kindergärten, sagt Monika Bonke. „Das wird sich aber mit der Zeit wieder legen“, glaubt sie. Dennoch sorgt sie sich um die Zukunft des Spielplatzes Ölmühlenweg.
Die Gruppe ist seit Anfang des Jahres deutlich geschrumpft. Mehrere andere Plätze musste die Aktion Kinderparadies schon schließen, auch weil es einen Mangel an Betreuerinnen gibt. Die arbeiten ehrenamtlich für eine Aufwandsentschädigung. Verein und Eltern in Tonndorf hoffen, dass es weiter geht und sich neue Eltern und Kinder melden.
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