London unvergessen

Anzeige
Edina Müller ist eine der Olympia-Botschafterinnen Foto: Witters

Rollstuhlbasketballerin für Paralympische Spiele in Hamburg

Von Frank Heike
Wandsbe
k Der Alltag im selten barrierefreien Hamburg hält jeden Tag genug Herausforderungen für Edina Müller bereit. Wenn sie mit ihrem alten Geländewagen zum Training in die Sporthalle an der Rüterstraße in Wandsbek fährt, sieht sie an jeder Stelle Hindernisse, die ihr als Rollstuhlfahrerin Schwierigkeiten bereiten können. Aber die 31 Jahre alte Frau lamentiert nicht. Wer sie einmal zum Training in Wandsbek begleitet hat, erfährt, wie lässig Hindernisse umrollt werden. Hier haben sie und die Rollstuhlbasketballer der BG Baskets Hamburg ihre Trainingsheimat. „Ich kenne jede Ecke“, sagt sie.

G

old in London


Auch für Edina Müller gibt es in diesen Tagen ein großes Thema – die Hamburger Bewerbung für Olympische Spiele und Paralympics 2024. Edina Müller ist eine der Olympia-Botschafterinnen. Sie sitzt oft auf den Podien der Stadt und wirbt für die Hamburger Pläne. Müller: „Ich war zweimal bei Olympischen Spielen und habe sowohl aus Peking 2008 und aus London 2012 tolle Erlebnisse mitgebracht. Es kann sich vielleicht nicht jeder vorstellen, aber gerade in London hat man gesehen, was Olympische Spiele und Paralympics einer Stadt an Auftrieb bringen können.“
In Londons Osten entstand durch Olympia ein komplett neuer Stadtteil. Ähnliches haben die Hamburger Olympiamacher mit der Elbinsel Kleiner Grasbrook vor. Ob Hamburg den Zuschlag erhält und sich bewerben darf, entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 21. März. Müllers Olympia-Erlebnisse sind auch deshalb so lebendig, weil sie von beiden Wettkämpfen als gekrönte Athletin zurückkam – aus China brachte sie die Silbermedaille mit, aus England sogar die goldene. Sie sagt: „Das Miteinander der Sportler ist toll und für die Zuschauer am Ort gibt es die große Auswahl, alle möglichen Sportarten anzuschauen.“ Die gute, alte Sporthalle Wandsbek wird weiterhin Verwendung finden – sollte Hamburg den Zuschlag bekommen, ist sie als Trainingsstätte für das Turnen auserkoren. Rollstuhlbasketball soll in die neu gebaute Olympiahalle wandern.

Sportlerin des Jahres


Edina Müller arbeitet als Physiotherapeutin am Berufsgenossenschaftlichen Unfall-Krankenhaus in Bergedorf. Sie wohnte auch einige Zeit dort, ist aber vor einem Jahr mit ihrem Freund nach Wilhelmsburg umgezogen. Dort, im Inselpark, steht auch die Heimspielhalle der BG Baskets. Edina Müller kommt also ganz schön herum in der Stadt.
Die „Hamburger Sportlerin des Jahres 2012“ sieht sich selbst als Botschafterin ihrer Disziplin: „Es sollen einfach mehr Leute unsere Sportart kennenlernen“, sagt die blonde Athletin. Am Hamburger Konzept überzeugen sie vor allem zwei Komponenten: „Alles ist kompakt, leicht zu erreichen und ich mag die Nähe zum Wasser.“ Wasser ist auch sportlich für sie ein aktuelles Stichwort – denn seit ihrem Rücktritt aus der Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft, Anfang des Jahres, versucht sich Edina Müller im Kajak. Schnell hat sie gelernt, mit dem Parakanu über die Alster zu fahren. Die Wettfahrten mit diesem speziellen Kajak haben die Hamburger Olympia-Planer für die Dove Elbe im Südosten der Stadt vorgesehen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige