Man sieht sich im Café Freundlich

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Hilde Pohl und ihre Tochter Martina kommen gerne ins Café Freundlich. Foto: kg

Ein Treffpunkt für Menschen mit Demenzerkrankung

Von Karen Grell
Farmsen. Seit einem Jahr gibt es in Farmsen in der evangelischen Gemeinde das „Café Freundlich“, das einen gemütlichen Ort für Menschen mit Demenzerkrankung bietet, die hier zusammen frühstücken, spielen und beisammensitzen. Neben der Beschäftigung für den Betroffenen selbst, sind die drei Stunden am Morgen auch eine Entlastung für die pflegenden Angehörigen, die so einmal durchatmen und eigene Erledigungen machen können. Waffeln backen, Memory spielen und das Tageshoroskop vorlesen – es gibt vieles, was im Café Freundlich angeboten wird und jeder nimmt dann mit seinen ganz persönlichen Möglichkeiten teil. Wer lieber nur dabei sein möchte und zuhört, der ist genauso herzlich willkommen, wie diejenigen, die noch viel zum Gespräch und den Aktivitäten beitragen möchten.
Beschäftigung
„Die Erkrankung kommt oft schleichend“ weiß auch Pastorin Dagmar Wiesmann-Neitzel, die das Projekt leitet und mit viel Liebe und Geduld, zusammen mit ehrenamtlichen Helfern, die Menschen unterstützt, die sich im Laufe der Zeit immer weniger in ihrem Alltag zurechtfinden.
„Alleinsein mag ich nicht mehr so gern“, lacht die fröhliche Hilde Pohl, die noch fit dabei ist, wenn es um die Beschäftigung in der Gruppe geht. Zwei Mal in der Woche verbringt die über Achtzigjährige in einer Tagespflege ihre Zeit, am Dienstag ist sie im Café Freundlich. „Ich komme sehr gern her“, verrät Hilde Pohl, die an diesem Morgen einmal zusammen mit Tochter Martina gekommen ist. Ein großes Geschenk für die Rentnerin ist es, zusammen mit ihren Kindern und Enkeln im eigenen Haus zu leben und so stets Betreuung zu erfahren.
Einfach mal vorbeischauen
„Für uns war das von Anfang an selbstverständlich“ erklärt Martina Pohl, die weiß, wie sehr die Mutter und Oma auch von dem Zusammensein mit den verschiedenen Generationen profitiert. Wenn sie oder ihre Schwester einmal Termine haben, dann „werfen die Enkel einen Blick auf Oma“. Ein Konzept, das aufzugehen schient, denn Hilde Pohl hat dieses jugendliche Strahlen im Gesicht.
Vom Café Freundlich hatten die Schwestern im Hamburger
WochenBlatt gelesen und gleich ihre Mutter überredet, dort zusammen zu frühstücken. Seitdem ist Hilde Pohl fast regelmäßig dabei und hört gespannt zu, wenn das Horoskop vorgelesen wird. „Anderen fällt der Anfang schwer“, erinnert die Pastorin Wiemann-Neitzel aus Farmsen. Sie möchte aber die Angehörigen dennoch weiterhin ermutigen einfach einmal vorbeizukommen und zunächst einen Vormittag gemeinsam dort zu verbringen. Wer sich dann eingelebt hat, der kommt immer wieder.
Café Freundlich, Bamfelder Straße 25, Evangelische Kirchengemeinde Farmsen-Berne, dienstags 10 bis 13 Uhr, Leben mit Demenz, Dagmar Wiesmann-Neitzel,
Tel. 60 56 66 75, Telefonische Sprechstunde Montag 10 bis 12 Uhr, offene Sprechstunde Dienstag 10 bis 12 Uhr
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