Meinungen sind geteilt

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Mitglieder der Bürgerinitiative „Schützt das Marienthal“ und Anwohner sind in Sachen Flüchtlinge auf dem ehemaligen Sportplatz geteilter Meinung. Günter und Katrin Koch, Michael und Lieselotte Kutter und Maximilian (v.l.) Foto: kg

Planänderung für Concordia-Gelände: Container statt Eigentumswohnungen

Von Karen Grell
Marienthal
Als in der vergangenen Woche Bauzäune am ehemaligen Concordia-Sportplatz aufgestellt wurden, gingen viele der Nachbarn spontan davon aus, dass der lange geplante Bau von mehreren Eigentumswohnungen auf dieser Fläche beginnen würde. Doch aufgrund der steigenden Flüchtlingszahl haben die Behörden zunächst entschieden, auf dem Gelände eine Erstaufnahme für Schutzsuchende einzurichten. Die Nachbarn wurden noch vor dem Wochenende per Handzettel über die neue Situation informiert. Eine größere Informationsveranstaltung folgt noch vor Ende des Monats. Andernfalls drohe den Flüchtlingen die Obdachlosigkeit, so das Schreiben der Behörde für Inneres und Sport. Der ehemalige Concordia-Sportplatz in der Oktaviostraße werde zunächst hergerichtet, damit er zur Unterbringung von Ankommenden genutzt werden kann. In einem ersten Schritt wird die Bundeswehr 21 Zelte aufstellen, die durch Sanitärcontainer, Verwaltung und eine Essensausgabe ergänzt werden. Im Anschluss ist der Ausbau der Einrichtung mit Containerwohnmodulen vorgesehen.
Die Maßnahme auf dem Sportplatz ist nötig, da Hamburg aufgrund bundesgesetzlicher Regeln rund 2,5 Prozent aller in Deutschland Schutz suchenden Menschen aufnehmen muss. Bis Ende Juli wurden bereits 7.226 Flüchtlinge öffentlich untergebracht. Damit wurden schon jetzt die Zahlen des gesamten Vorjahres übertroffen. Nach aktuellen Meldungen kommen bis zu 200 Flüchtlinge täglich nach Hamburg.
Die Stimmung der Marienthaler, die nahe dem Concordia-Sportplatz wohnen, ist geteilt. Die einen freuen sich darüber, dass hier eine freie Fläche für die Flüchtlinge gefunden wurde, andere bedauern aber, die ursprünglich geplante Bebauung noch nicht vor ihrer Tür zu wissen.
Einige Anwohner meinen, mit bereits zwei großen Aufnahmestellen im direkten Umkreis, sei es für den kleinen Stadtteil Marienthal genug. Maximilian, der direkt gegenüber der geplanten Einrichtung wohnt, ist gespannt auf die Begegnungen mit den Menschen, die hier einziehen werden: „Ich werde vor allem das Gespräch suchen“. Wie er persönlich helfen könnte, weiß er noch nicht, offen für die Aufnahme von Flüchtlingen sei er aber auf jeden Fall. Noch bis zum vergangenen Jahr hatte sich die Bürgerinitiative „Schützt das Marienthal“ mit Christoph Schönrock und Eckhard Mohr gegen die geplante Bebauung auf dem Concordia-Gelände stark gemacht. Umfang und Stil der Bebauung waren immer wieder in Frage gestellt worden. Da sich das Gelände aktuell noch in Händen der Stadt befindet, ist jetzt der Bauplan zunächst zurückgestellt und das Gelände für die Errichtung der Erstaufnahme von bis zu 200 Flüchtlingen bestimmt worden.

Informationsveranstaltung im Bezirksamt Wandsbek, 24. August, 18 Uhr, Bürgersaal Wandsbek, Am Alten Posthaus 4, weitere Infos online unter www.hamburg.de/fluechtlinge
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