Mit dem Lastwagen sicher abbiegen

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Die farbigen Planen zeigen auf, wo die Sicht besonders schlecht und eingeschränkt ist Foto: mdt

Verkehrsexperten In Hamburg gaben Tipps für Trucker. Technik für 800 Euro ermöglicht Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer

Von Marco Dittmer
Hamburg
Abbiege-Situationen gehören zu den riskantesten Manövern für Fußgänger und Radfahrer. In einer Großstadt wie Hamburg sind alle Verkehrsteilnehmer in ihrer Aufmerksamkeit gefordert, um Unfälle zu vermeiden, vor allem Lkw-Fahrer. Oft ist eingeschränkte Sicht oder der sogenannte tote Winkel – Bereiche die nicht direkt einsehbar sind – Ursache für einen Unfall. In Berne und Wandsbek kam es zu zwei tödlichen Unfällen in den vergangenen Monaten. In beiden Fällen hatte der Lkw-Fahrer die Radfahrerin übersehen. Verkehrsexperten der Berufsgenossenschaft zeigten zusammen mit der Polizei nun, wie mit richtig eingestellten Spiegeln und Assistenzsystemen solche Unfälle vermieden werden können. „Für mehr Sicherheit müssen alle Verkehrsteilnehmer aufgeklärt werden“, sagt Michael Fischer aus der Präventionsabteilung des Verbandes.

Kein Rundum-Blick

„Radfahrer und Fußgänger müssen wissen, dass ein Lkw-Fahrer keinen Rundum-Blick hat“, sagt der 43-Jährige. Trotzdem können laut Genossenschaft Fahrer mehr tun: „Wir stellen oft fest, dass Spiegel nur selten bewegt werden.“ Dabei muss jeder Fahrer die sieben Spiegel neu einstellen. Farbige Planen zeigen, wo die die Sicht am schlechtesten ist. „So eine Spiegel-Einstellanlage braucht eigentlich jedes Unternehmen mit Lkw“, sagt Fischer.

Schau dem Fahrer in die Augen

Die Realität sieht anders aus. Oft bleibt den Fahrern kaum Zeit, um die Spiegel korrekt einzustellen. Assistenzsysteme, die vor Kollisionen warnen, oder Kameras, die an der Seite Radfahrer und Fußgänger sichtbar machen, können die Sicherheit erhöhen. „Ich habe oft ein mulmiges Gefühl an einer Kreuzung“, sagt ein Lkw-Fahrer. „Eine Kamera, die an der rechten vorderen Ecke des Lkw angebracht ist, könnte sowohl den vorderen als auch den Bereich an der Seite abdecken. Inklusive Monitor kostet das nicht mehr als 800 Euro“, sagt Fischer. Einer der ältesten und zugleich sichersten Tipps kommt von einem Fahrlehrer der Hamburger Feuerwehr. „Ich sage meiner Tochter immer, schau dem Fahrer in die Augen. Dann weißt du, dass er dich gesehen hat“, so der Vater.
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1 Kommentar
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J. Stender aus Wandsbek | 20.02.2017 | 19:04  
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