Mit Farmsen verbunden

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Das Gemälde des „Pamir“-Jungmannes hängt noch heute im elterlichen Haus in Farmsen, in dem Klaus Thorborg bis zu seinem Tode gelebt hat Repro: tel
 
Waltraut Peter (78), geborene Thorborg, möchte an ihren ein Jahr jüngeren Bruder erinnern Foto: tel

Leser beteiligen sich an Namenssuche für Straße

Von Michael Hertel
Farmsen
Rund ein Dutzend Vorschläge zur Benennung einer neuen Straße in Farmsen sind bislang beim Hamburger Wochenblatt eingegangen. Aufgerufen zu dem Ideenwettbewerb hatte der Vorsitzende des Regionalausschusses Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne, Dennis Paustian-Döscher (Grüne). Vorwiegend wurden Persönlichkeiten als Namensträger für die neue, rund 400 Meter lange Stichstraße genannt, die ein Wohngebiet auf dem Gelände des früheren Berufsförderungswerkes an die August-Krogmann-Straße anschließen soll. Zu den genannten Namen zählten so bekannte Persönlichkeiten wie Ordensschwester Mutter Teresa oder Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, der kürzlich verstorben ist. Beiden fehlt allerdings der (auch vom Gesetzgeber gewünschte) Ortsbezug. Auch der Vorstand des Bürgervereins Farmsen-Berne befasste sich mit der Namensgebung. Der Vorsitzende Hans-Otto Schurwanz: „Wir haben uns schwer getan mit dem Namen einer Farmsener Persönlichkeit und uns letztlich für den neutralen Namen „Farmsener Stieg“ entschieden. Wir glauben, dass dieser Vorschlag sehr gut zur kleinen Stichstraße passt.“ Farmsen-Bezug haben auch die beiden Vorschläge von Gabriela P. aus Berne. Sie schlägt „Fridumarstraße“ oder „Vermerschen“ vor. Unter dem letzteren Namen fand Farmsen laut Wikipedia in einer mittelalterlichen Urkunde eine erste überlieferte Erwähnung. Und „Fridumar“ war der Name eines fränkischen Siedlers, der Farmsen gegründet haben soll. Aus dem Bereich des Sports kommt ein Vorschlag von Karl-Heinz Haarke, dem Ersten Vorsitzenden des Farmsener Turnvereins von 1926. Er schlägt die frühere Vereinsvorsitzende Emmy Püttjer vor. Püttjer war von 1940 bis 1947 Vorsitzende. Laut Haarke ist es der besondere Verdienst der „Ur-Farmsenerin“, den Verein in schweren Kriegszeiten gerettet zu haben.

Thorborg-Reederei


Einen weiteren Vorschlag mit Farmsen-Bezug machte das Ehepaar Peter aus der August-Krogmann-Straße. Die gebürtige Waltraut Thorborg (78) möchte an das Schicksal ihres ein Jahr jüngeren Bruders Klaus-Dietrich Thorborg (†18) erinnern, der beim Untergang der Viermastbark „Pamir“ (gebaut bei Blohm & Voss in Hamburg) am 21. September 1957 vor den Azoren ums Leben kam. Der Schiffsjunge und spätere Jungmann Klaus Thorborg war Sohn des Farmsener Kapitäns und Reeders Heinrich Thorborg (†49), der nach dem Krieg bis zu drei Küstenmotorschiffe in Fahrt gebracht hatte. Den Tod seines Sohnes überlebte Heinrich Thorborg nur acht Monate, und bald danach musste die Farmsener Reederei aufgegeben werden. Dem Gedenken an die 80 Opfer der Pamir-Katastrophe ist eine Tafel in der Hamburger Katharinenkirche gewidmet, die allerdings im Zuge der Sanierung zwischenzeitlich entfernt wurde. Die Familie Thorborg wohnt seit 1953 in ihrem Haus an der August-Krogmann-Straße in Farmsen. Dort war auch die Reederei angesiedelt.

Weitere zündende Ideen für die Benennung können per E-Mail an leserreporter@hamburger-wochenblatt.de oder an die Wochenblatt-Redaktion, Pappelallee 28, 22089 Hamburg, gesendet werden
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1 Kommentar
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Martin Kramer aus Altstadt | 12.06.2016 | 09:31  
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