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Agenturchef Sönke Fock, ( v. l.), Werksleiter Thorsten Schlosser, Werner Ellinger vom Berufsbildungswerk, die beiden Facharbeiter Wladimir Hensel und Thomas Berthelsowie Personalchefin Rita Jurgeleit vor einem sogenannten Wirbelschichttrockner im Hefewerk Foto: ks

Zusatz-Qualifizierung für Arbeitnehmer. Ohly nimmt am Programm teil

Von Klaus Schlichtmann
Wandsbek
Das war mal ein ungewöhnlicher Ort für eine Pressekonferenz der Agentur für Arbeit: In einer Werkshalle des Hefeproduzenten „Ohly“ an der Wandsbeker Zollstraße präsentierte Agenturchef Sönke Fock die neuesten Zahlen zur Arbeitsplatz-Situation in Hamburg. Wesentliches Fazit: Saisonbedingt stieg die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg im Juli auf 74.543 erwerbslose Männer und Frauen, das sind 2.576 oder 3,6 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,3 Punkte auf 7,6 Prozent. Im Bezirk Wandsbek wurden 15.515 Arbeitslose gemeldet, 597 mehr als im Vormonat. Zurück zu „Ohly“, einem der weltweiten Marktführer in der Produktion von Hefeextrakten für die Lebensmittelindustrie und nun auch für pharmazeutische Wirkstoffe auf Hefebasis. Knapp 170 Mitarbeiter hat das Wandsbeker Unternehmen, davon 53 in der Produktion. Wladimir Hensel (55) und Thomas Berthel (35) sind zwei von ihnen. Die beiden langjährigen Mitarbeiter waren bei der Pressekonferenz dabei. Und ein wenig stolz waren sie auch, denn sie gehören zu den zehn „Ohly“-Kollegen, die sich jetzt Fachkraft für Lebensmittel-Technik nennen dürfen – dank des WeGebAU-Programmes.

Zusatzqualifikation für ältere Arbeitnehmer


Dieses Buchstaben-Ungetüm steht für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ und wird von der Arbeitsagentur gefördert. Konkret: Wladimir Hensel und Thomas Berthel sowie acht weitere Produktionskollegen wurden sieben Monate von der Arbeit freigestellt und haben im Berufsbildungswerk noch einmal die Schulbank gedrückt – mit hervorragenden Ergebnis, denn alle zehn haben die Prüfung vor wenigen Tagen bestanden.
„Auch ohne diese Zusatz-Qualifizierung haben die Männer an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen gute Arbeit geleistet“, sagt Ohly-Werksleiter Thorsten Schlosser und erklärt: „Ihnen fehlte aber der qualifizierte Abschluss, und der ist seit einiger Zeit in unserer Branche zwingend vorgeschrieben, schon alleine durch die Produktionsaufnahme von pharmazeutischen Wirkstoffen.“ Ohne dieses Facharbeiter-Zertifikat hätten Hensel und Berthel also ihre Jobs verloren. Die haben sie nun jedoch mit ihrem erlangten Hintergrundwissen gesichert.
In der Förderung und Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter sieht auch Agenturchef Sönke Fock eine große Chance: „Hier liegt in vielen Betrieben der Hafenlogistik, im Pflegebereich und in der Hotel- und Gaststättenbranche ein riesiges Potential. Investition in die Mitarbeiter zahlt sich in jedem Fall aus!“
Während der siebenmonatigen Ausbildung haben die zehn „Ohly“-Mitarbeiter ihren üblichen Lohn vollständig weiter bezogen, die Agentur für Arbeit hat sich zu 42 Prozent an den Kosten beteiligt. Für dieses Jahr steht der Agentur ein Etat von knapp 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit werden davon 232 Teilnehmer zu Fachkräften in ihren jeweiligen Berufen ausgebildet.
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