Müll-Alarm in Jenfeld

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Torsten und Ina Franke stehen fassungslos vor dem Müllberg in der Charlottenburger StraßeFoto: Sichting

Verwahrlostes Areal in der Charlottenburger Straße: Behörden wollen reagieren

Jenfeld. „Hamburg schmückt sich mit dem Titel der sauberen und schönen Stadt. Man sollte aber nicht vergessen, etwas dafür zu tun“, schimpft Torsten Franke. Er ist Hausmeister eines Mehrparteienwohnhauses in Jenfeld. Seit achteinhalb Jahren wohnt er gemeinsam mit seiner Frau Ina in der Wohnung im Charlottenburger Straße 8. Seit zwei Jahren ärgert sich das Ehepaar über das verwahrloste Nachbargrundstück. „Der Müllberg wächst stetig. Wir wollen im Sommer im Garten sitzen. Das ist bei dem Gestank von Müll und Urin aber kaum auszuhalten. Das ist hier anscheinend Niemandsland“, so der Hausmeister erbost.

„Niemand fühlt sich verantwortlich“

Die beiden Anwohner blicken traurig von ihrer Terrasse direkt auf blaue Mülltüten und die Reste einer Einbauküche. „Wir wollen, dass sich hier etwas tut. Ich räume den Müll ab und an schon selbst weg, aber das darf ja wohl kein Dauerzustand sein. Die Grundstückseigentümer haben sich vor zwei Jahren aus dem Staub gemacht. Seit dem fühlt sich niemand mehr verantwortlich“, so der 46-Jährige. Ina Franke wurde kürzlich sogar von einem Wildpinkler verbal attackiert. Mit ihrer Digitalkamera wollte sie den Übeltäter fotografieren. Der baute sich demonstrativ vor ihr auf und schrie sie an. „Wenn es wieder wärmer wird, halten sich in einer hinteren Ecke regelmäßig Jugendliche auf und rauchen Haschisch. Das stinkt fürchterlich. Ich habe auch schon beobachtet, wie ein Dealer seinen Stoff im Gebüsch gebunkert hat. Was sind das nur für Zustände?“, fragt die 59-Jährige ratlos.
Das Bezirksamt zeigte sich auf Anfrage des Wochenblatts unwissend. „Das Problem war dem Bezirksamt bisher nicht bekannt, wird aber zeitnah überprüft“, verspricht Sprecherin Lena Voß. „Der Polizei ist das Problem bekannt. Ich habe nach einem Gespräch mit Herrn Franke einen Bericht an eine weitere Dienststelle geschrieben. Das dauert seine Zeit. Aber grundsätzlich darf auch so ein Privatgrundstück nicht so zugemüllt werden“, so Stadtteilpolizist Michael Pries. „Hier wird in nächster Zeit etwas passieren. Wir werden gemeinsam mit dem Wegewart eine Lösung finden“, beruhigt Pries die Anwohner. (ms)
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