Musicalstoff aus der Bibel

Anzeige
Proben für das Musical: „Vater“ Luis (18), und „Sohn“ Simon, (12) Foto: Christa Möller
 
Kirchenmusikerin Ulrike Frick Foto: C. Möller

Projekt an der Alt-Rahlstedter Kirche. Aktuelles Stück: „Der verlorene Sohn“

Von Christa Möller
Alt-Rahlstedt
Eine Kirche, drei Chöre, eine Leiterin: Wenn Ulrike Frick ihre kleinen und großen Sänger allesamt auf der Bühne sieht, ist Musical-Aufführung angesagt in der Alt-Rahlstedter Kirche. Einmal im Jahr zeigen Kinder- und Jugendchor sowie Elternchor und Elternband, was sie unter fachkundiger Anleitung auf die Beine stellen können. Immer sind es biblische Geschichten, die in Alt-Rahlstedt aufgeführt werden. Für dieses Jahr hat Chorleiterin Ulrike Frick das Musical „Der verlorene Sohn“ nach einer Geschichte aus dem Neuen Testament ausgesucht, ein modern umgesetztes Stück mit Rock- und Pop-Balladen, das in der heutigen Zeit in Hamburg spielt.
Spaß an der Sache haben die elf Jugendlichen, die heute ausnahmsweise in der Kirche und nicht wie sonst im Pastorat proben, ohne Frage. „Ich bin seit acht Jahren dabei, das ist mein Hobby, ich singe gern“, sagt eines der Mädchen. Ein anderes betont, „es macht mir total viel Spaß mit den anderen zusammen, auch die Auftritte.“ Es ist allerdings die erste Schauspielprobe ohne Textbuch – noch ungewohnt für die jungen Darsteller. So braucht Ulrike Fricks zwölfjähriger Sohn Simon, der in diesem Jahr die Hauptrolle, also den „verlorenen Sohn“, spielt, manchmal noch ein Textstichwort. Sein Bruder, gespielt von dem 15-jährigen Jakob, und der 18-jährige Luis in der Rolle des Vaters sind auch noch nicht so ganz textsicher, ihre Rollen spielen alle drei ungeachtet dessen aber schon recht überzeugend, und noch ist ja auch etwas Zeit bis zur ersten Hauptprobe Ende Mai. Dann stehen alle rund 80 Mitwirkenden zum ersten Mal gemeinsam auf der beengten (Kirchen-)Bühne, wobei Gang, Seitentür und gelegentlich die Kanzel mit einbezogen werden.

Aufführungen im Juli


Bereits seit etwa zehn Jahren gibt es das Musical-Projekt des Kinder– und Jugendchores in der Alt-Rahlstedter Kirche. In den ersten Jahren standen nur zwei Aufführungen auf dem Programm, inzwischen sind es drei. Dafür muss in der Kirche ein Podest aufgebaut werden und auch für die Tontechnik sind fünf bis sechs Stunden Vorarbeit zu leisten. Bis zur Aufführung in der Alt-Rahlstedter Kirche am Sonntag, 5. Juli, und am Sonnabend, 11. Juli, um 15.30 Uhr sowie am Sonntag, 12. Juli, um 11 Uhr sind allerdings noch einige Proben zu absolvieren – jeweils separat für die 30 Erst- bis Viertklässler im Kinderchor und die zwei Gruppen des 35köpfigen Jugendchores, der die Sänger ab der 5. Klasse umfasst, sowie die etwa 15 mitwirkenden Erwachsenen. Übrigens, weitereKinder und Jugendliche dürfen sich nach den Sommerferien zum Chor anmelden. Die meisten kommen aus Alt-Rahlstedt, was aber, ebenso wie Kirchenzugehörigkeit, nicht notwendig ist. Einzige Voraussetzung: Freude am Singen. Die Teilnahme ist übrigens kostenlos.
Einige der jungen Darsteller sind schon seit der 1. Klasse im Chor aktiv, manche spielen außerdem ein Instrument oder assistieren nach ihrer Teamer-Ausbildung im Kinderchor, andere helfen später bei der Tontechnik. Erst, wenn sie eine Berufsausbildung oder ihr Studium beginnen, hören die meisten auf. „Es gibt aber auch ganz treue, die hier in Hamburg bleiben und weitermachen“, erzählt Ulrike Frick, deren Tochter (16) ebenfalls im Jugendchor singt, während ihr Ehemann zu den 25 Mitgliedern in der Kantorei zählt.
Ulrike Frick wurde in Berlin geboren, machte eine Lehre als Wirtschaftskaufmann und später in diesem Beruf in einem Krankenhaus. Mit 16 begann sie, Klavier und Orgel zu spielen und entschied sich schließlich zum Kirchenmusik-Studium in Greifswald. „Und dann war ja die Wende.“ Gleich ihre erste Bewerbung war erfolgreich, seither ist die 47-Jährige als hauptamtliche Kirchenmusikerin in der Alt-Rahlstedter Kirche aktiv, gelegentlich auch in der Martinskirche in Neu-Rahlstedt oder in der Christophorus-Kirche in Großlohe sowie in der ebenfalls zur Kirchengemeinde gehörenden Braaker Auferstehungskirche. In ihrer Freizeit hört sie gern klassische Musik, aber ebenso gern Popmusik. Außerdem geht sie ins Kino, sie bevorzugt „alles, was nichts mit Hollywood zu tun hat“ und schätzt die „Koralle“ in Volksdorf.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige