Nach Löwen-Klau: Mehr Polizei auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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Der Bronze-Löwe Triest auf dem Familiengrab der Hagenbecks ist wahrscheinlich Opfer von Buntmetalldieben geworden Foto:hagenbeck

Diebe am Hagenbeck-Grab. Friedhof will Besitzer von Bronze-Skulpturen informieren, wie sie sich schützen können

Hamburg. Nach dem Diebstahl der 100 Jahre alten Löwen-Bronze-Skulptur vom Grab der Familie Hagenbeck zieht der Ohlsdorfer Friedhof erste Konsequenzen.

„Nach Absprache mit der Polizei wird die Anzahl der Streifen in dem Friedhofspark erhöht“, sagt Lutz Rehkopf Sprecher der Hamburger Friedhöfe. Weitere Sicherheitsmaßnahmen werden zur Zeit diskutiert, so könnte in Zukunft ein privater Sicherheitsdienst die Anlage bewachen. „Das ist eine nur eine Option, die wir gerade abwägen“, so Rehkopf.

Eine flächendeckende Überwachung des 391 Hektar großen Geländes ist aber nicht möglich. „Besucher und Trauernde haben ein Recht auf ihre Privatsphäre“, so der Friedhofssprecher.

Die Hamburger Friedhöfe arbeiten aktuell an einem Ratgeber für Besitzer von Bronze-Plastiken, der noch im Januar erscheinen soll. „Jeder Besitzer kann sich auch selbst schützen. Eine Versicherung oder die Füllung der meist hohlen Bronze-Skulpturen mit Zement sind nur zwei Vorschläge“, sagt Rehkopf.

Die Polizei Hamburg geht davon aus, dass Buntmetalldiebe die rund 200 Kilo schwere Löwen-Skulptur auf dem Hagenbeck-Grab im Wert von 100.000 Euro gestohlen haben. „Ich vermute, dass man in solchen Kreisen für ein Kilogramm Kupfer rund 1 Euro bekommt“ sagt Rehkopf. Das macht, wenn man aufgrund des Gewichtes von vier Tätern ausgeht, 50 Euro für jeden.

In der Familie Hagenbeck löste die Nachricht am Montag Fassungslosigkeit und Entsetzen aus." An dieser Darstellung des schlafenden Löwen hängen nicht nur Familienerinnerungen, sie ist auch ein Kunstgegenstand", heißt es in einer Mitteilung. Die Familie hat bereits Anzeige erstattet. (mt)
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