Nachbarn gegen Pläne

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Das Gebäude der Grundschule Richardstraße ist in einem schlechten Zustand Foto: mdt

Lage bei Info-Abend zum Neubau der Grundschule Richardstraße eskaliert

Von Marco Dittmer
Eilbek

Rund 25 Minuten verlief alles nach Plan, danach viel aus dem Ruder. Bei einem Info-Abend für Anwohner zum Neubau der Grundschule Richardstraße erobert eine Gruppe unter den Besuchern das Mikrofon und stellt überraschend eigene Pläne zum Schulneubau vor. Vergeblich versuchen Vertreter von Schulbau Hamburg und die Architekten des Projektes die Kontrolle zurückzugewinnen. Anwohner antworten auf Anwohnerfragen, zwischenzeitlich übernimmt eine Besucherin sogar die Moderation.

Was war geschehen: Das dreistöckige Gebäude der Grundschule Richardstraße in Eilbek ist seit Jahren in einem schlechten Zustand. 60 Jahre ist der Kreuzbau alt. Bereits 2012 wurde im Rahmenplan von Schulbau Hamburg ein Ersatzbau für 10,2 Millionen Euro eingeplant. Die Pläne der Architektenbüros Alten Architekten GmbH und Andreas Rowold Architekt sehen einen Neubau mit drei Geschossen an Stelle des jetzigen Schulhofes vor. Nach dem Abriss der alten Klassenräume soll demnach ein neuer Schulhof an der Richardstraße entstehen.

Sorge um Kinder


Kritik kommt von den Nachbarn aus der Straße Sonnenau. Ihre Gärten grenzen an den jetzigen Schulhof. Nach den Neubau-Plänen der Behörde schauen sie ab August 2017 auf das neue Schulgebäude. „Uns geht es um die Sicherheit der Kinder“, sagt Max-Walter Herr, 74. Einen Schulhof an der Straße empfinden die Bewohner der Sonnenau als unsicher. Es sei kaum zu kontrollieren, wer auf das Schulgelände gelangt. Per Gerichtsverfahren wollen Anwohner der Sonnenau den Baustart der Grundschule Richardstraße am 4. April verhindern, das Urteil steht noch aus.

Streit um Container


Die Behörde für Schulbau nahm bis zum Redaktionsschluss keine Stellung zu dem Thema, lehnt die Pläne der Anwohner aber ab. Der Schulbetrieb solle weiterlaufen, so eine Vertreterin der Behörde beim Info-Abend. Würde die neue Schule am heutigen Standort gebaut, sind Schulcontainer während der Abriss- und Bauzeit notwendig. Diese Kosten seien aber nicht eingeplant. Max-Walter Herr hält seine eigene Rechnung dagegen. „Schulcontainer würden nur rund 325.000 Euro kosten“, sagt er. Er habe sich von einer Firma ein Angebot eingeholt, welche Firma das ist und wie genau das Angebot aussieht, sagte er nicht. Die Stadt hingegen schätzt die Kosten für eine Ersatzschule in Containern deutlich höher und verweist auf vergleichbare Projekte in der Stadt. Bei dem Info-Abend konnte die Gruppe von rund 30 Anwohnern nicht alle Besucher überzeugen. Zweifel am Interesse der Anwohner an einer Änderung der Pläne bleiben. Es versicherten aber alle, dass die neue Schule kommen soll, zum Wohl der Kinder.
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