Nachbars Tanne zerstörte Laube in Hamburg

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Dieser Gartenpavillon wurde von einer Tanne zerstört, seit einem halben Jahr wurde nichts weggeräumt Fotos: Glitz

Eigentümerin lässt Grundstück verwahrlosen. CDU-Politiker wendet sich an Bezirk

Von Rainer Glitz
Hamburg. Das rund 1.600 Quadratmeter große Grundstück an der Ecke Raschweg/Am Kroog ist komplett mit Gebüsch und alten Tannen zugewachsen, wirkt dunkel und bedrohlich. Die üppige Vegetation wächst auch über den Zaun hinaus – sofern vorhanden. Nur beim genauen Hinsehen erkennt man zwei alte, zerbröckelnde und längst unbewohnte Gebäude. Hier tummeln sich nach Aussage der Nachbarn in Oldenfelde die Ratten. An einer der vielen kaputten Stellen im Zaun hängt noch ein Stück Absperrband der Polizei. Das eine Gebäude ist ausgebrannt, berichten die Nachbarn. Und bei den Kindern der Umgebung gelte es offenbar als Mutprobe, die Ruine heimlich zu betreten – trotz der Einsturzgefahr. Doch damit nicht genug: Beim letzten Sturm im Oktober sind zwei der alten Tannen auf die Nachbargrundstücke gefallen. „Ich hörte es mehrfach laut knacken, dann sah ich, wie der Baum fiel“, berichtet Rosemarie Purkert. „Eine Birke bremste den Sturz, sonst wäre die Tanne auf unserem Haus gelandet“, ergänzt ihr Mann Michael. Schlimmer traf es Karin Kierstein. Ihr Zaun wurde weggefetzt, die Tanne beschädigte ihr Gartenhäuschen, in dem auch ein Motorrad untergestellt ist. Sie selbst stand damals auf einer Leiter, nur wenige Meter vom Einschlagort entfernt und wurde fast getroffen. „Seitdem ist immer noch nichts passiert“, sagt Kierstein. Sie hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet, um zu ihrem Recht zu kommen.
Die Nachbarn haben Angst, dass weitere der teils vertrockneten Bäume auf ihre Grundstücke fallen und fordern wenigstens einen vernünftigen Zaun um das verwilderte Grundstück.
Die Besitzerin, eine 82-jährige Rentnerin, zeige sich bislang wenig kooperativ, sagen die Nachbarn. Sie haben sich an den Oldenfelder CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karl-Heinz Warnholz gewandt. Der hat nun eine Kleine Anfrage an den Senat gestartet. Darin will er wissen, ob der Verwaltung der Zustand des Grundstückes bekannt ist und ob die Besitzerin bereits aufgefordert wurde, das Grundstück besser zu sichern. Warnholz fragt weiter, welche Maßnahmen das Bezirksamt gegen die Ratten und die gefährlichen alten Tannen ergriffen hat oder ergreifen will.
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