Neonazi-Marsch in Wandsbek

Anzeige
Auch im Juli 2010 marschierten Nazis in Wandsbek. Damals fand ihre Demo vom Wandsbeker Markt ausgehend in der Wandsbeker Chaussee statt. Foto: Bätz/pi

Bezirksamtsleiter appelliert an die Bürger, Zivilcourage zu zeigen

Von Hubert Bätz
Wandsbek. Am kommenden Sonnabend, 2. Juni, wird es ab 12 Uhr laut in der Bärenallee, denn hier findet sowohl die Anfangs- wie Schlusskundgebung einer Demonstration von Rechtsextremen statt. Ursprünglich wollten die Neonazis durch die Hamburger Innenstadt oder Altona marschieren, aber die Hamburger Innenbehörde wollte ihnen wegen der Sicherheitslage nur eine Kundgebung an der Ecke Pappelallee/Hammer Straße in Wandsbek gestatten. Dagegen klagten die autonomen Nationalisten vor dem Hamburger Verwaltungsgericht. Das entschied nun, dass die Neonazis das Anrecht auf eine Aufmarschroute hätten. Sie können nun entlang folgender Straßen marschieren:

Bärenallee (Anfangskundgebung) -Hammer Straße – Brauhausstraße – Eilbeker Weg – Wagnerstraße – Eilenau– Eilbektal – Friedrichsberger Straße – Eilbeker Weg – Brauhausstraße – Hammer Straße - Kreuzung Pappelallee/Hammer Straße /Bärenallee (Abschlusskundgebung).

In Wandsbek nehmen die Bürger den Gerichtsbeschluss empört zur Kenntnis, auch wenn den Rechtsextremen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zusteht. Unwidersprochen will man allerdings nicht die fremdenfeindlichen Parolen der Nazis erklingen lassen. Zwar muss sich nun das breite Hamburger Bündnis aus Politik, Kirchen, Gewerkschaften und Verbänden, das rund 200 Organisationen, Vereine und Initiativen umfasst, örtlich mit bereits geplanten Gegenveranstaltungen umorientieren, aber es ist zu erwarten, dass viele Gegendemonstranten nach Wandsbek eilen. Als Treffpunkte für genehmigte Gegendemonstrationen nennt die Internetseite des Bündnisses unter www.keine-stimme-den-nazis.org die beiden Orte: Pappelallee/Bärenallee (von 9 bis 11.30 Uhr) und das Matthias-Claudius-Denkmal am Wandsbeker Busbahnhof (ZOB).
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge verteilt Plakate:
„Keine Zukunft
für Nazis!“
Dass viele Wandsbeker Bürger engagiert und friedlich gegen die Neonazis demonstrieren, hofft auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. Er erklärte gegenüber dem WochenBlatt: „Hamburg ist das Tor zur Welt und zeichnet sich dadurch aus, dass hier viele Menschen unterschiedlichster Herkunft wohnen.
Sie bereichern Hamburg mit ihren Erfahrungen und Engagement. Ein solches Zusammenleben darf nicht durch Hetze zerstört werden, daher müssen wir hier in Hamburg Zivilcourage zeigen.“ Da das Urteil des Verwaltungsgerichtes sehr kurzfristig erging, wird es sicherlich auch von anderen Parteien und der Wandsbeker Bezirksversammlung in dieser Woche weitere Stellungnahmen geben, manch Bürger, mancher Verein aber zeigt auch ohne politische Aufforderung Zivilcourage. So wird der in Wandsbek ansässige Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Plakate mit Aufschriften wie „Keine Zukunft für Nazis!“, „Naziaufmarsch stoppen – in Wandsbek und überall!“ an Anwohner der Demonstrationsroute kostenlos verteilen, die diese an die Fensterscheiben kleben können. (pi)

Abholen kann man diese Plakate am Donnerstag, 31.Mai, um 16 Uhr oder aber am Freitag, 1. Juni, im Büro des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge an der Brauhausstraße 17. Auch im Internet unter
www.volksbund.de/hamburg.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige