Netzwerk gegen Demenz

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Antje Graßhoff vom Gesundheits- und Pflegestützpunkt und Jörn Wieking von der Alzheimer Gesellschaft Foto: cm

„Lokale Allianz“ in Wandsbek will Betroffenen und Angehörigen helfen

Von Christa Möller
Wandsbek
Beratung, Kurse für Angehörige, Angebote für Menschen mit beginnender Demenz und viele weitere Projekte bietet die Alzheimer Gesellschaft Hamburg an. Geschäftsführer Jörn Wieking, (50) weiß: „Demenz ist ein gesellschaftliches Thema.“ Die Diagnostik sei wesentlich besser geworden, aber „Demenz ist immer noch ein Tabu-Thema“, sagt der Politologe. Die seit 20 Jahren bestehende Selbsthilfe-Organisation will durch Vernetzung die Zusammenarbeit verschiedener Akteure verbessern. Die Lokale Allianz, ein offenes Netzwerk von Menschen mit Demenz, Angehörigen, Ärzten, Pflegestützpunkt, Selbsthilfeorganisationen, Apotheken, Pflegediensten, will vorhandene Strukturen besser bekannt machen sowie neue Projekte und Initiativen starten. Sie setzt sich für Information, Teilhabe und Unterstützung Betroffener und ihrer Angehörigen im Bezirk ein. Mit dabei sind bislang die AG Demenz, Gesundheits- und Pflegekonferenz Wandsbek, die ASB Sozialstation Jenfeld, das Bezirksamt Wandsbek, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, der Verein Kultur (er)leben – Hamburg – weitere Partner sind willkommen. Dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ist eines der Ziele. Aber auch Aufklärung und Abbau von Ängsten, Sicherheit und Kompetenz der Bevölkerung im Umgang mit Betroffenen, die Förderung bürgerschaftlichen Engagements sowie die Transparenz von Unterstützungsangeboten vor Ort zählen dazu.
Antje Graßhoff kennt die Probleme. Die 66-Jährige hat die Erkrankung ihrer Mutter miterlebt, sie jahrelang gepflegt. „In dem Zusammenhang wurde mir die Notwendigkeit von Vernetzung bewusst“, sagt die Diplom-Sozialpädagogin und Kunsthistorikerin, die damals ihre Vollzeitberufstätigkeit aufgegeben hat, und sich ehrenamtlich als Leiterin der AG Demenz und in der Gesundheits- und Pflegekonferenz Wandsbek engagiert. „Das A & O ist die Kooperation, demenzfreundliche Strukturen im Stadtteil sind noch immer nicht realisiert“, wie sie weiß. Verschiedene Demenzphasen hätten ganz unterschiedliche Bedarfe. Menschen mit fortschreitender Pflegestufe können oft nicht mehr zuhause gepflegt werden. Ein Problem sei die nächtliche Versorgung über ambulante Pflegedienste. Hier gebe es immer noch großen Handlungsbedarf, um die Angehörigen zu entlasten. Das Bundesprogramm Lokale Allianz läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren. Im August 2017 endet das mit 10.000 Euro geförderte Projekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Wandsbek“, dessen Akteure seit dem Start im September 2015 unter anderem einen Flyer und einen Veranstaltungskalender für das erste Halbjahr 2016 entwickelt haben. In Arbeit ist die Internet-Seite www.allianz-demenz-wandsbek.de

Lokale Allianz für Menschen mit Demenz in Wandsbek, Wandsbeker Allee 68,
Telefon 68 91 36 25. Alzheimer-Telefon 47 25 38. Weitere Infos: www.alzheimer-hamburg.de
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