Neu: Yoga in der Schule

Anzeige
Gar nicht so leicht: Auf einem Bein stehend die Handbewegungen koordinieren Foto: cm
 

Wie Ganztags-Betreuung Freiräume für besondere Angebote schafft

Von Christa Möller
Tonndor
f Wenn Christoph Amir Samii den Klassenraum von Lehrerin Kristin Probst betritt, bedeutet das Entspannung für die Kinder – im wörtlichen Sinn.
Denn der angehende Erzieher, der im Rahmen der GBS, der Ganztägigen Bildung und Betreuung an Schulen, in Kooperation mit der Rudolf-Ballin-Stiftung an der Tonndorfer Grundschule im Einsatz ist, bietet seit kurzem Yoga für die Vorschüler und Erstklässler an. „Ihr müsst ganz leise sein und sollt zwischen den Übungen nicht anfangen zu quatschen“, ermahnt er die 23 Kinder lächelnd, dann heißt es „aufstehen, Stühle heranstellen“ und los geht’s.

Balance-Übungen im Klassenraum


Die rechte Hand schütteln, dann den Unterarm, schließlich den ganzen Arm, „und die Beine wollen auch geschüttelt werden… Zum Schluss liegen die Kinder auf dem Boden, sollen alle Muskeln anspannen und dann „weich wie Spaghetti“ sein, also schön locker. Etwa zehn Minuten dauert die kleine Unterrichtseinheit, dann geht’s mit Christoph ganz entspannt zum Mittagessen. Wer dafür nicht angemeldet ist, bleibt mit der Lehrerin im Klassenraum.

Zusammenarbeit mit dem Paritätischen


Schulleiterin Angela Körten freut sich über dieses besondere Angebot, das an ihrer Schule im Rahmen des Projektes mit dem Paritätischen seit Schuljahresbeginn läuft. „Was wir sehr genießen ist, dass es keine Vorschriften gibt. Es heißt einfach, ihr habt die Erzieher fünf Stunden die Woche mehr – guckt mal, wie ihr das gewinnbringend für die Schüler umsetzen könnt.“
Durch den engeren gemeinsamen Kontakt von Lehrern und Erziehern entstand die Idee zur Yoga-Einheit und anderen Angeboten, es entstehen also Synergien im Arbeitsalltag. Denn die erweiterte Übergangsphase bietet Lehrern und Erziehern mehr gemeinsame Zeit, die sie pädagogisch nutzen.
Das zeigt nicht zuletzt das Beispiel Yoga. Damit entspannen die Schüler sich nicht nur, sondern sie lernen auch - spielerisch. Auf einem Bein stehen, rechte Hand nach links, linke Hand nach rechts – solche Übungen mobilisieren auch das Gehirn, günstig nicht zuletzt für den Mathematikunterricht, wie Angela Körtens Kollegin Kirstin Krüger weiß, die die GBS leitet, also für die Betreuung vor und nach der Schule zuständig ist.

Mehr Zeit für Nachmittagsbetreuung


200 Schüler besuchen die zweizügige Schule Tonndorf, 150 sind in der GBS. Weil es im Nachmittagsbereich keine Vollzeitstellen gibt, ist der Einsatz hier für viele Erzieher nicht attraktiv. Jetzt konnte die Arbeitszeit aufgestockt werden. Christoph Amir Samii sieht in dem Yoga-Angebot „eine schöne Erfahrung. Es ist gut, wenn man die Möglichkeit hat, kleine Bewegungseinheiten in den Unterricht einzubauen.“
„Wir hoffen, dass der Senat das Projekt so toll findet, dass es weiter geht“, sagt die Schulleiterin. Der Paritätische hat das Projekt zunächst nur für ein Jahr unter dem Motto „Wir gehen aufs Ganze“ quasi als Leuchtturmprojekt an sechs Hamburger Schulen gestartet, weil mit einer besseren Verzahnung zwischen den Schulen und dem jeweiligen Kooperationsträger der Kinder- und Jugendhilfe positive Effekte entstehen, die den Kindern zugute kommen. Hintergedanke: Kinder lernen nicht nur, wenn sie am Tisch sitzen, der Schulvormittag profitiert vom etwas lockereren Nachmittag – und umgekehrt.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige