Oma auf Zeit

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Anke Vendt reist gern als Au Pair-Oma zu „ihrer“ spanischen Familie ins andalusische Mijas. Foto: Möller

Au Pair – nicht nur was für junge Mädchen

Von Christa Möller
Jenfeld. Mit dem Vorruhestand bekam das Leben von Anke Vendt eine ganz neue Perspektive. Denn seit 2010 ist sie als „Granny Aupair“ in der gleichnamigen Agentur von Michaela Hansen in Hamburg registriert.
Hier werden Damen ab 50 zur Kinderbetreuung an ausländische Familien vermittelt. „Ich hatte davon in der Zeitung gelesen“, sagt Anke Vendt, „und mich spontan beworben, ursprünglich für Kanada.“ Das klappte nicht, stattdessen bekam sie Kontakt zu einer deutschen Familie im andalusischen Mijas, die sie vorab für fünf Tage zum Kennenlernen einlud.
Ursprünglich sollte Anke Vendt dann ein halbes Jahr in Spanien bleiben, „das war mir aber ein bisschen lang.“ Stattdessen war sie mittlerweile schon öfter für einen kürzeren Zeitraum da, „das längste waren acht Wochen.“ Üblicherweise finanziert die Gastfamilie Flüge, Unterkunft und Verpflegung. „Alles andere wie Taschengeld et cetera erfolgt nach Absprache“, erläutert die begeisterte Au-pair-Oma, deren Aufgabe es ist, die beiden Söhne, 13 und 18 Jahre alt, in die 17 Kilometer entfernte deutsche Schule zu fahren. Die gelegentliche Mithilfe im Haushalt macht Anke Vendt, für die „ihre“ Familie sogar eine eigene Gästewohnung hat, durchaus Spaß und mit dem Kleinen spielt sie gern Gesellschaftsspiele. Und manchmal leistet sie auch der Mutter Gesellschaft, wenn der Vater mit seinen Söhnen verreist ist. „Mit der Familie habe ich ein Riesenglück gehabt“, freut sich die 63-Jährige, denn bei ihr ist Familienanschluss inklusive, gemeinsame Ausflüge stehen öfter auf dem Programm und obwohl ihre Gastgeber in Spanien überwiegend Kontakt zu Deutschen pflegen, lernt sie Land und Leute auch fernab der Touristenpfade kennen. „Inzwischen bin ich schon zu allen vier Jahreszeiten dagewesen, es ist eine traumhafte Landschaft.“

Fernweh

Schon in ihrer Jugend wäre Anke Vendt gern ins Ausland gegangen, doch es ergab sich anders. Schon während ihrer Ausbildung zur technischen Zeichnerin im Schiffbau hatte sie Fernweh und „immer mit traurigen Augen den Schiffen hinterher gesehen, wenn sie vom Stapel liefen.“ Aber sie heiratete jung und wurde schon bald Mutter einer Tochter, hat mittlerweile zwei 19 und elf Jahre alte Enkelsöhne.

Viele Interessen

Sie könnte sich gut vorstellen, in einer weiteren Gastfamilie tätig zu sein und hatte sich deshalb, ebenfalls über „Granny Aupair“, als Gesellschafterin für eine ältere Dame in Afrika beworben. Daraus wurde zwar nichts, aber vielleicht ergibt sich schon bald etwas anderes. Langeweile kennt Anke Vendt, die gerade eine neue Wohnung bezogen hat, ohnehin nicht. Sie arbeitet bei Veranstaltungen im Bistro des Jenfeld-Hauses und ist ehrenamtlich beim MOGO aktiv, dem Team vom Motorradgottesdienst in Hamburg, das sich einmal monatlich trifft. Und dann ist da noch ihr großes Hobby, das Basteln von Teddybären, die sie auch ausstellt. (cm)

Weitere Infos gibt es unter www.granny-aupair.com
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