Opferskulpturen

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Johannes Paulitschek hat die Wächter des Opferplatzes auf dem eisenzeitlichen Rundgang in der Gartenstadt gestaltet. Foto: Grell

Bildhauer gestaltet die Eisenzeit

Von Karen Grell
Farmsen. Der Bildhauer Johannes Paulitschek aus Ammersbek baut nicht nur gerade ein Grubenhaus aus der Eisenzeit auf dem Gelände der Mietergenossenschaft Farmsen auf, er ist es auch gewesen, der zwei Opferskulpturen aus Baumstämmen selber geschnitzt hat. Um an das perfekte Material aus Robinienholz zu kommen nahm der junge Künstler sogar eine Fahrt nach Brandenburg auf sich, wo es die besten Stämme für seine Arbeit gibt. Gelernt hat Johannes Garten- und Landschaftsbau, sich allerdings schon als Kind für das Schnitzen von Holz interessiert. Auch sein Vater, der in Ammersbek Landwirt ist, hat eine eigene Skulptur im Garten stehen. Die Wächter des Opferplatzes, die nun in der Gartenstadtsiedlung in Farmsen entstanden sind, bilden einen Teil des eisenzeitlichen Rundgangs, der hier für die Mieter zur Verfügung steht.
Dafür war der junge Bildhauer, der nun vom Vorstand der Genossenschaft beauftragt wurde, genau der Richtige. Als selbstständiger Jungunternehmer gibt es für Johannes Paulitschek noch einiges auf dem fast drei Kilometer langen Rundgang zu tun. Für die zwei Wächter, die je 450 und 300 Kilo schwer sind, hat der kreative Künstler zwischen zweihundert Bäumen so lange ausgesucht, bis er genau die beiden entdeckt hatte, die nun mit dem Stamm nach oben gerichtet die Äste im Boden versenkt, in Farmsen stehen. Der untere Teil des Stammes zu einem Gesicht geschnitzt, hinterlässt ein beeindruckendes Bild aus längst vergangenen Zeiten. Mit den Skulpturen bekam Paulitschek den ersten Auftrag, mit dem Grubenhaus geht es weiter. Johannes Paulitschek kann alles individuell anfertigen. Gesichter schnitzen, aus dem Holz Tiere anfertigen und Baumhäuser bauen. „Das Holz lässt sich besonders gut bearbeiten und ist gerade für draußen geeignet, weil es so wetterbeständig ist“, erklärt der 23-Jährige. Das Beeindruckende an der Arbeit beim „Wilden Bauen“ ist die Orientierung am Holz selber. Während Fabrik gefertigte Schaukeln und Kletterbäume meist alle gleich aussehen, ist die Anfertigung mit Robinienholz immer ein ganz individuelles Stück, das sich daran orientiert, wie das Holz gewachsen ist. Mit dem Verarbeiten von Holz, das auch für Allergiker ungefährlich ist, und am Ende wie ein wahres Kunstwerk aussehen kann, hat Johannes Paulitschek einen Trend entdeckt, der gerade auch bei der Gestaltung von Spielplätzen in Kitas und Schulen immer mehr gefragt ist. Johannes ist mit seinem Beruf und dem künstlerischen Talent der Experte, der dem Holz ein Gesicht geben kann. (kg)
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 18.11.2012 | 10:07  
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