Pastors Kuh in Acryl

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Amrei Fiedler setzt Eindrücke aus dem Leben gekonnt zeichnerisch um. Foto: Christa Möller

Amrei Fiedler illustriert Kinderbücher

Von Christa Möller
RAHLSTEDT. Amrei Fiedler ohne Stift – das geht gar nicht. Ob unterwegs im Bus oder in der U-Bahn, im Wartezimmer oder beim Familienbesuch: Die 27-jährige Studentin nutzt jede Gelegenheit zum Zeichnen. Acrylfarben, Füller, Feder oder Filzstifte kommen zum Einsatz, wenn sie ihre fröhlich-bunten Figuren zu Papier bringt. Die strahlen einfach Lebensfreude aus, auch wenn sie dramatische Ereignisse illustrieren wie in ihrem ersten, im April veröffentlichten Buch. „Vun Herrn Pastor sien Koh“ handelt das altbekannte plattdeutsche Lied, das sie mit passenden Bildern versehen hat, „damit auch Leute, die nicht so gut plattdeutsch können, den Inhalt verstehen.“ Der Erhalt der Sprache liegt ihr am Herzen: „Mein Vater hat mir früher ganz viel vorgesungen. Das hat mir als Kind schon gut gefallen.“ Das Buch bildet den praktischen Teil ihrer Diplomarbeit, die Theorie hatte die Geschichte des Plattdeutschen zum Thema. Kreativ seien alle in ihrer Familie, sagt Amrei Fiedler, aber bislang habe das noch keiner zum Beruf gemacht. Die gebürtige Rahlstedterin hatte auf der Gesamtschule in Farmsen nicht Kunst, sondern Modedesign als Wahl-Pflichtfach und kam erst nach dem Abitur durch den Besuch bei ihrer Freundin in Buenos Aires an einer Malschule auf die Idee, das Hobby zum Beruf zu machen. An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften studiert sie seit 2006 Illustration und hat sich fast nebenbei an zahlreiche Ausstellungen und Kunstwettbewerben beteiligt. Beim HAW-Plakatwettbewerb zum 40jährigen Jubiläum ihrer Hochschule belegte sie den 2. Platz. Für ihr erstes, bislang noch unveröffentlichtes Buch hat sie gerade bei einem Wettbewerb in Polen einen Preis bekommen. „Es handelt von einem kleinen Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht als einen Hund.“ Ein weiteres Kinderbuch auf Spanisch ist mit einem spanischen Verlag geplant. Außerdem entsteht gerade als Gemeinschaftsprojekt mit zehn Studierenden ein Illustrationsmagazin für alle Kunstinteressierten, das „LUKS Magazin“, das ab Juli jährlich erscheinen soll. Die Kunst ist für sie auch Werkzeug, um politische Ziele zum Ausdruck zu bringen, etwa gegen die vom Hamburger Senat geplanten Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich. „Ich zeichne meinen Protest“, sagt die junge Frau, die sich in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Mümmelmannsberg engagiert. Wo ihre berufliche Zukunft liegen wird, ist noch offen: „Am liebsten würde ich von Kinderbüchern leben“, sagt sie, findet aber auch Kolumnen in Zeitschriften oder Cartoons interessant. „Es kann sein, dass man durch neue Projekte Neuland vor sich hat und dann ganz andere Wege geht.“
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