Paten fürs Wandsbeker Straßengrün

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Seit etwa zehn Jahren pflegt Ive Hauswald die Flächen rund um zehn Straßenbäume an der Von-Essen-Straße und der Blumenau.

Wo Topinambur, Seifenkraut und Wegwarte blühen

Von Christa Möller
Wandsbek. Kennen Sie Topinambur? Die hohe gelbe Pflanze zählt zu den Korbblütlern und ist mit der Sonnenblume verwandt. Ihrer enormen Wuchskraft hat sie es zu verdanken, dass Ive Hauswald sie nicht nur in seinem eigenen, 800 Quadratmeter großen Garten, sondern auch an die Straße gepflanzt hat.
„Ich habe zehn Baumringe in meine Fürsorge genommen und mit dem Überschuss aus meinem Garten bepflanzt“, sagt der Pensionär. Nun wächst die schattenverträgliche Blume auch rund um die hohen Linden an der Von-Essen-Straße und erfreut die Passanten mit ihrem Anblick. Dabei sei der Boden rund um die Bäume jetzt „pulvertrocken“, so Hauswald. Doch die Topinambur stört das ebenso wenig wie das rosa Seifenkraut oder die blaue Wegwarte. „Die ist auch nicht totzukriegen, weil sie so tiefe Wurzeln hat.“ Das ist wichtig, denn was an der Straße wachsen will, braucht Durchsetzungsvermögen - nicht nur gegen trockene Sommer. Manche Passanten pflücken Blüten ab und Hunde nutzen die Straßenbäume gern anderweitig, was den drum herum wachsenden Blumen nicht immer gut bekommt. Da ist es praktisch, dass sich einige Pflanzen fröhlich selbst weiter aussäen wie die wilde Malve, Weidenröschen oder die Nachtkerzen. Auch allerlei Wildkräuter machen sich breit. Ive Hauswald reißt heraus, was mit den Pflanzen in Konkurrenz treten könnte, der Rest darf weiterwachsen. Ab und an bekommen die öffentlichen Flächen etwas Kompost aus seinem Garten, gegossen wird jedoch nur, wenn es unbedingt sein muss und auch sonst hält sich sein Zeitaufwand in Grenzen: „Ich bin da nicht jede Woche zugange.“
Wenn er an der Straße gärtnert, sprechen ihn immer mal wieder Passanten an, die Resonanz ist durchweg positiv. Das gilt ganz besonders fürs Frühjahr, wenn Winterlinge, Schneeglöckchen und Märzenbecher das Ende des Winters ankündigen. Übrigens hat der pensionierte Lehrer für Deutsch und Religion nicht nur die Blumen, sondern auch die Bäume im Blick. Eine sehr dürftig wachsende Linde profitiert nun besonders von einem Boden-Hilfsstoff.
Im Rahmen eines dreijährigen Projekts, das das Bezirksamt unterstützt, kamen neben der kranken auch die gesunden neun Linden in den Genuss der Mikroorganismen. „Beim ersten Mal hat die Stadt sogar zwei Arbeiter geschickt“, freut sich Hauswald, der seither mit einem Helfer die Mikroorganismen aufbringt, das letzte Mal im kommenden Herbst. Danach wird er einen Abschlussbericht für die Behörde und den Verein Effektive Mikroorganismen erstellen. Natürlich hat Ive Hauswald nicht ohne amtliche Erlaubnis losgelegt mit dem Gärtnern im öffentlichen Bereich, sondern ist erst nach Rücksprache mit dem Bezirksamt aktiv geworden, das ihm sogar einen Patenschaftsbrief ausgestellt hat.

Insgesamt gibt es im Bezirk Wandsbek rund 500 Paten, die das städtische Grün verschönern. Interessierte bekommen nähere Infos beim zuständigen Fachamt in Wandsbek unter
Tel.: 428 81 – 30 61
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