Pflanzenklau auf dem Tierfriedhof

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Anja und Maik van Freeden kaufen in jeder Woche mehrere Pflanzen nach. Die Hecke ist so schon fast doppelt so teuer geworden, wie vorher geplant Foto: Grell

Friedhofsbetreiber fassungslos. Seit Ostern verschwinden immer wieder Pflanzen

Von Karen Grell
Jenfeld
Unbekannte stehlen seit Wochen immer wieder Pflanzen aus einer Lorbeerhecke am Tierfriedhof Jenfeld. Anja und Maik van Freeden, die Betreiber des Friedhofs, kommen mit dem Neukauf der fehlenden Sträucher, die erst kurz vor Ostern gepflanzt wurden, kaum noch nach. So langsam wirds auch teuer. „Wir haben für diese Hecke, die den Wall im Eingangsbereich verschönern soll, lange gespart und können nicht ewig die gestohlenen Sträucher durch neue ersetzen“. Das Betreiber-Ehepaar ist fassungslos, ebenso die vielen Menschen, die ihr Haustier auf dem Jenfelder Friedhof begraben haben. „Das hier ist doch kein Selbstbedienungsladen für alle, die zu geizig sind, sich eigene Pflanzen anzuschaffen“, ärgert sich Maik van Freeden. Dass der Dieb dennoch gefunden werden kann, ist nicht ganz ausgeschlossen, denn „die Pflanzen sind markiert und für uns jederzeit erkennbar“, sagt der Betreiber. Auf dem Friedhofsgelände an der Barsbütteler Straße haben zu 90 Prozent Katzen und Hunde, aber auch Wellensittiche, Hamster und Meerschweinchen ihre letzte Ruhestätte gefunden. Liebevoll und kreativ gestaltete Gräber reihen sich zwischen schattenspendenden Bäumen aneinander. Schriftzüge wie „Wir vermissen dich so sehr Mucki“, beweisen, wie verbunden sich Tierbesitzer mit ihren geliebten Vierbeinern fühlen können. „Eine Dame, die ihren Hund verloren hat, kommt aus Harburg dreimal in der Woche hier zur Grabstätte“, erzählt Maik van Freeden, der von Pächtern weiß, dass auch schon mal Blumen von den Gräbern entwendet worden sind.

Hecke als Sichtschutz


Anja und Maik van Freeden achten sehr auf das Optische ihres 7.500 Quadratmeter großen Geländes. „Alles soll schön aussehen, wenn die Besucher zum Trauern kommen“. Dazu gehört nun seit ein paar Wochen auch die Kirschlorbeerhecke, die den stark bewachsenen Wall zur Straße hin attraktiver machen soll. 300 Pflanzen haben sie vor Ostern in die Erde gesetzt. „Der Lorbeer wächst schnell und wird sogar bis zu zwei Meter hoch“. Solange die Pflanzen aber noch nicht richtig angewachsen sind, lassen sie sich leicht wieder aus der Erde herausziehen. „Wir können jeden Tag neue Lücken in der Hecke entdecken“, beklagt Anja van Freeden, „mal sind es fünf, mal sieben Setzlinge, immer aber ungefähr die passende Menge für eine Schubkarrenladung. “ Gestohlen werden meist die Pflanzen, die am hinteren Ende der Straße direkt unter dem Friedhofsschild stehen, da, wo es am wenigsten bemerkt werden kann. Anzeige bei der Polizei hat das Ehepaar nicht erstattet. Das habe wohl wenig Aussicht auf Erfolg, meinen sie. Allerdings wollen die beiden nun selber tätig werden. Sie wollen die Hecke verstärkt kontrollieren. Es bleibt aber auch noch die Hoffnung zurück, dass die Übeltäter sich vielleicht doch schämen könnten und ab sofort ihre Lorbeerpflanzen im nächsten Gartencenter selber kaufen. „Wir haben den Glauben auf das Gute im Menschen noch nicht ganz aufgegeben“.
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